Lebenszeichen

Wow, jetzt haben wir es tatsächlich geschafft, fast einen ganzen Monat nichts zu schreiben (es ist nicht so, dass wir das vorhatten…). Wir bekommen hier so langsam einen Überblick und haben inzwischen auch unseren Rückflug gebucht. Ende September geht es zurück zu Kassiopeia, die noch sicher hoch und trocken steht. Zumindest gehen wir davon aus, etwas anderes haben wir nicht gehört.

Bis dahin hoffen wir weiterhin auf Michls Rucksack, der immer noch irgendwo zwischen Washington und Frankfurt herumirrt. Wir sind gespannt, ob er noch kommt, bevor wir weg sind. 

Bis zum Abflug vertreiben wir uns jetzt unter anderem noch die Zeit mit den üblichen Ersatzteil- und Lebensmittel-Einkäufen in der Heimat und Zeit mit Familie und Freunden. Und natürlich Überlegungen und Planungen, was wir noch alles an Kassiopeia erledigen müssen, bevor wir wieder ins Wasser können und wie es weitergeht. Nebenbei beobachten wir natürlich auch die Hurrikansaison – und da wird es nicht langweilig dieses Jahr… 

Ausgerechnet…

… kurz vor Abflug zurück in die USA meldet sich bei mir eine Zyste im Kiefer. Seit über zehn Jahren macht sie jetzt das dritte Mal Probleme, das letzte Mal, als wir im Oktober 2015 zurück nach Brasilien geflogen sind. Nachdem der Flug damals extrem schmerzhaft war, war ich gestern noch beim Zahnarzt, habe mich mit Antibiotika zur Eindämmung und vorsichtshalber auch Schmerztabletten versorgt und hoffe, diesmal schmerzfrei fliegen zu können.

Wir haben fast alles beisammen, was wir mitnehmen müssen (bzw. wollen), alle Bestellungen sind rechtzeitig angekommen. Ob wir an alles gedacht haben, merken wir noch, die USA sind ja aber auch kein Land des generellen Mangels… Manches ist nur eben hier in Deutschland günstiger oder einfacher zu bekommen (wir mögen ein spezielles Kräutersalz oder z.B. beeindruckenderweise haben wir noch keine Taschentücher gefunden). Morgen wird gepackt, da sehen wir dann auch, wie wir gewichtstechnisch hinkommen. Leider haben wir nicht mehr so viel Freigepäck wie nach Brasilien, dafür haben wir wohl keine Kleidung im Gepäck (sehr praktisch, wenn man am elterlichen Dachboden eine Restgarderobe hat!).

In den gut vier Wochen hier haben wir es geschafft, viele Freunde zu treffen, noch dazu auch Zeit mit der Familie zu haben. Besonders gefreut hat uns, dass wir gestern noch Besuch aus Bad-Godesberg von Barbara und Manfred bekamen. Einfach toll, wie sich Segler-Freundschaften über die Zeit und Entfernung halten und vertiefen und besonders schön, wenn man seine Erlebnisse miteinander mischen kann!

Ecuador

Wir hatten es vor einer Weile ja schon ganz kurz angedeutet, nächstes Jahr sind wir in Ecuador. Lange hatten wir überlegt, wie wir in den USA die Zeit bis zum Herbst sinnvoll verbringen, bis zum Frühjahr ist es ja doch noch recht kühl und wir könnten nicht wirklich viel unternehmen. Und einfach nur dasitzen und auf warmes Wetter warten ist jetzt auch nicht so prickelnd. Also machen wir etwas, was wir schon länger machen wollten: ein soziales Projekt. Im Februar fliegen wir für drei Monate nach Ecuador und werden dort in einer Schule mitarbeiten. Wir wollten sehr gerne nocheinmal nach Südamerika und Land, Leute und Kultur näher kennenlernen. Angeboten hat sich das Colegio Adolfo Kolping in Yaruquíes, in der Nähe von Riobamba in den Bergen am Fuß des Chimborazo, dem höchsten Berg Ecuadors.

Nähere Informationen über das gesamte Projekt und auch, was uns so erwartet, haben wir gestern von der Betreuerin hier in Deutschland aus der Nähe von Basel bekommen. Sie hat die Schule mit aufgebaut und ist auch regelmäßig vor Ort, somit konnten wir sehr, sehr viele Infos bekommen (wofür sie extra nach Nürnberg kam). Wir freuen uns schon sehr auf die Zeit und werden natürlich berichten, was wir da so machen 🙂

Termine in der Heimat

Es war uns ja schon vorher klar – sobald wir heimatlichen Boden betreten, beginnen die Termine. Etliches war schon vorab ausgemacht, ein paar neue kamen hinzu. Und das ganze soll ja auch nicht in Stress ausarten (was es bisher auch nicht macht). Selbstverständlich muss auch die ein oder andere Spezialität auf den Speiseplan, wir haben schon Schweinebraten, Sauerbraten, Klöße, Bratwürste, Brezen, Glühwein, Lebkuchen und etliches mehr verdaut. Bisher wurden wir überall gut versorgt 🙂 Außerdem haben wir Weihnachtsfeiern besucht, waren bei Radio Gong und beim Club im Stadion (mit einem 2:1 Heimsieg auch richtig erfolgreich!).

Das Nürnberger Christkind

Das Nürnberger Christkind

Letzte Woche bekamen wir zudem Besuch aus der Schweiz, Bernhard, den wir in Jacaré mit seiner SY Margna kennengelernt hatten, hatte sich auf die Reise gemacht und ist um ein paar Lebkuchen und ein Autogramm vom Nürnberger Christkind reicher wieder zurück gefahren. Danke nochmal für deinen Besuch, wir haben uns sehr gefreut, war ein schöner Tag!

Ankunft in der Heimat

Unser Gepäck früh am Bahnhof in Fredericksburg

Unser Gepäck früh am Bahnhof in Fredericksburg

Freitag mittag ging unser Flieger vom National Airport in Washington in Richtung Toronto, von wo es nach sechs Stunden Aufenthalt weiter über den Atlantik nach München ging. Die Wartezeit in Toronto verging wie im Flug, der Wartebereich ist recht modern ausgestattet: ipades gibt unterschiedliche Tische, die einzelnen Plätze sind mit ipads ausgestattet, an denen man im Internet surfen, spielen oder Getränke und Essen bestellen kann. Man bezahlt mit Karte direkt am Terminal am Platz, die Verpflegung wird gebracht. Allerdings muss man nichts konsumieren, torontoman kann auch einfach nur dasitzen, am ipad daddeln, am eigenen Gerät das freie WLAN nutzen oder sich ganz klassisch und althergebracht unterhalten.

ankunftInzwischen sind wir gut angekommen, haben uns im Gästezimmer bei meinen Eltern eingerichtet und schon unsere Klamotten auf dem Dachboden gefunden. Und wir versuchen uns wieder mit der deutschen „Freundlichkeit“ abzufinden: Rempler im Supermarkt, in den Rücken rammen von Handtaschen beim Schlangestehen und ähnliches. Man kann sicherlich etliches über US-Amerikaner lästern (über welches Volk nicht?), aber in Sachen Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Geduld beim Anstehen könnten sich viele in Deutschland eine große Scheibe abschneiden!

auf die Schnelle

Nur eine ganz kurze Meldung: wir sind mitten im Einpackstress. Ein gutes halbes Jahr haben wir fleißig eingekauft und Besorgungen gemacht, jetzt müssen wir das alles unterbringen. Und immer haben wir gedacht, dass das doch alles kein Problem ist, vier mal 32kg sind ja eine ganze Menge – aber wir haben´s geschafft, wir müssen tatsächlich was da lassen. Die Entscheidung ist schon getroffen, wir hatten wohl ein paar zuviele leckere, italienische Nudeln besorgt…

Und weil wir sonst ja gar nichts zu tun hatten mit den letzten Erledigungen und Chaos beseitigen im Haus meiner Eltern, hat sich einer meiner Backenzähne noch gedacht, er muss Rabatz machen. Glücklicherweise konnte mich unser Zahnarzt noch reinschieben! Diagnose: bei einem Zahn, der vor 16 Jahren an der Wurzel behandelt wurde, hat sich darunter eine Zyste gebildet. Blöde Stelle, die ziemlich weh tut. Der Wurzelkanal sieht auf dem Röntgenbild noch einwandfrei aus, also behandeln wir mit Antibiotika und Schmerzmitteln. Hoffen wir mal, dass das so lange hält, wie seine letzte Behandlung (die war vor elf Jahren).

Ach ja: morgen um die Zeit sind wir schon in Brasilien 🙂

Letzter Arbeitstag und Umzug

Edi, das neue Crewmitglied

Edi, das neue Crewmitglied

Der war gestern 🙂 Nach sieben Monaten haben wir da richtig drauf hingefiebert. Einen letzten Arbeitstag hatte ich schon vorgestern, und das ist mir tatsächlich auch ein Stück schwergefallen – wir bleiben in Kontakt!! Und unser neues Crewmitglied Edi bekommt einen Ehrenplatz, der Bildbeweis folgt dann aus Brasilien. Gestern haben wir uns dann beide verabschiedet und wir müssen sagen, so unterm Strich war es tatsächlich eine nicht unangenehme Zeit. Wir sind froh, dass es rum ist (alles andere würde uns eh niemand glauben ;-)), aber es hat alles auch gepasst, so wie es war. Und wir haben uns wohl auch ganz gut angestellt – zumindest gab es von unterschiedlichen Seiten Ideen, wie Kassiopeia angebohrt werden könnte… Das ist wohl glücklicherweise nicht passiert, aus Jacaré haben wir vor ein paar Tagen eine Mail bekommen, dass alles bestens ist. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr, dass alle mit uns zufrieden waren und sind immer noch sehr glücklich, dass wir so schnell und komplikationslos untergekommen sind.

unser Umzugs-Haufen

unser Umzugs-Haufen

Heute stand dann noch der Umzug an, wir sind wieder aus der Stadt raus bei meinen Eltern auf dem Land (naja, zumindest ländlicher als Nürnbergs Innenstadt) eingezogen, da haben wir mehr Platz zum Packen. Außerdem müssen ja die Sachen, die wir wieder einlagern, verpackt werden. Das steht jetzt dann die nächsten Tage an, zusätzlich zu den letzten Einkäufen (ein paar Leckereien müssen unbedingt noch mit!). Zuerst dachten wir, das mit dem Umzug bekommen wir komplett ohne Hilfe hin, das passt auch alles locker in den Micra meiner Mutter – aber das war wohl etwas zu optimistisch. In sieben Monaten sammelt sich eben doch so etliches an Kleinzeug! Mein Bruder Stefan hat geholfen und dank seines Autos mussten wir auch nur einmal fahren. Jetzt „nur“ noch alles richtig verteilen und verpacken und alles ist gut 🙂

Stadt(ver)führungen

So nennt sich eine jährliche Veranstaltung in Nürnberg, zu der an einem Wochenende ein paar hundert Führungen organisiert sind, die sonst so nicht stattfinden. Man kann Orte kennenlernen, die man sonst nicht gesehen hätte oder auch gar nicht auf die Idee gekommen wäre, da mal hinzugehen. Oder einfach ein wenig mehr darüber zu erfahren. Wir haben insgesamt fünf Führungen mitgemacht, alle miteinander waren sehr gut und äußerst interessant!

Die Grundlagen unserer modernen Welt auf dem Johannisfriedhof

Auf dem Johannisfriedhof waren wir ja schon vor ein paar Monaten schon einmal. Da haben wir uns ein paar berühmte Gräber ausgesucht und angesehen. Die Führung vom Freitag hat sich eher um verschiedene Berufe, deren Entwicklung und generell um die verschiedenen Epitaphe gedreht. Es gibt ganz verschiedene, sehr alte und auch neue. Und auf einzelnen kann man ablesen, welche Industriezweige sind schon vor ziemlich langer Zeit hier in Nürnberg gegründet haben. Aus dem Beruf „Drahtzieher“ ist z.B. die Firma LEONI AG entstanden, die bereits im Jahr 1569 gegründet wurde und heute führend in der Kabelherstellung ist. Eine recht kleine gußeiserne Platte weist auf den ersten Lokomotivführer des Adler hin – die erste regelmäßig fahrende Lokomotive in Deutschland zwischen Nürnberg und Fürth. Zur Eisenbahn passend haben wir als letztes das Cramer-Klett-Grabmal angesehen – ein riesiger Berg aus Stahl. Was wir nicht wußten: Theodor von Cramer-Klett war ein Wegbereiter für die Eisenbahn, er hat Gleise hergestellt, daneben noch verschiedene Stahlkonstruktionen wie Brücken oder Spiegelpaläste und zudem noch Unternehmen wie MAN oder die Münchner Rück gegründet.

Heil- und Wildkräuter

wilder_rucula

wilder Rucola

Unsere erste Führung am Samstag war komplett anders: Treffpunkt war im Nordklinikum und wir wurden auf ganz unterschiedliche, heimische Pflanzen aufmerksam gemacht. Fast alle Blätter und Blüten sind essbar, wie z.B. Kirschbaumblätter oder Buchenblätter (sehr lecker!). Wir gundermannhaben wilden Rucola gefunden und probiert, Schafgarbe, Fünffingerkraut, Gundermann, verschiedenen Klee und noch etliches mehr. Jedes Kraut hat seine Wirkung und kann in ganz verschiedenen Lebenslagen helfen. Wir fanden das sehr spannend – schade, dass solch ein Wissen nicht mehr angewandt wird! Eigentlich sollte man sich damit deutlich ausführlicher beschäftigen.

25 Jahre Ultra Comix – eine (Ent-)führung ins Land der Phantasie

Für jeden Comic-Fan in Nürnberg ist der Laden Pflicht. Auf insgesamt drei Etagen ist alles, was man sich zu dem Thema vorstellen kann versammelt. Comic-Hefte, Bücher, Fantasy-Figuren, Tassen, Siebdrucke, Karten, Brettspiele, Rollenspiele, … – einfach alles, es fehlt nichts. Die vierte Etage besteht aus einem Raum für Spiele, Wettkämpfe oder einfach auch Treffen Spielebegeisterter. Interessant für uns war, auch mal die ganze Geschichte, wie sich der Laden entwickelt hat, zu hören. Vom kleinen Laden für gebrauchte Comic-Bücher hat er sich in den 25 Jahren doch sehr deutlich vergrößert.

Die Wurzeln des Islam

Heute dann wieder ein Kontrastprogramm, wir haben uns in der „Begegnungsstube Medina e.V.“ über Ursprünge und Wesen des Islam informiert. Es gibt sehr viele Parallelen zwischen dem Christentum und dem Islam, allein die Gebote und Verhaltensweisen sind schon recht ähnlich. Problematisch sind, wie in allen Religionen, die Extremisten. Der Verein bietet eine Begegnungsmöglichkeit für Muslime und Andersgläubige um Vorurteile abzubauen und ein friedliches Miteinander zu fördern. Es ist ein kleines Museum mit verschiedenen Kleidungsstücken und einer Moschee, die typisches aus verschiedenen Gegenden enthält. Da deren Homepage gerade im Aufbau ist, hier ein kleines Video, das ich gefunden habe. Die sind da sehr hilfsbereit, haben regelmäßig Besuch von Schulklassen oder auch Berufsgruppen, die mit Muslimen zu tun haben und informieren wirklich sehr gut! Können wir jedem, der seine Meinung nur durch Hörensagen gebildet hat, empfehlen!

Die mittelalterlichen Lochgefängnisse

Sie gehören zum Wandertag-Standard-Programm in Nürnberg. Bei mir ist der letzte Besuch somit schon ein paar Jährchen her, Michl ist noch nicht in den Genuss lochgefaengnisgekommen, er war ja nicht in Nürnberg in der Schule. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurden sie direkt unter dem Rathaus gebaut, erst etwa 500 Jahre später, als Nürnberg die freien Stadtrechte verloren hat, wurden sie stillgelegt. Für nichtgeständige Täter war alles an Folterwerkzeugen vorhanden, um doch noch ein Geständnis zu erzwingen (ohne das konnte nicht bestraft werden). Auch die Todeszellen sind erhalten, genauso wie die Schmiede für weiteres erforderliches Foltermaterial.

Ausflug nach München

wir in München

wir in München

Das ist ja etwas, was man so als überzeugter Franke eigentlich nur macht, wenn man einen triftigen Grund hat. Und genau den hatten wir heute: wir waren zum Interview für ein USA-Visum beim Konsulat in München. Bis wir diesen Termin hatten, gab es eine kleine Vorgeschichte… Wir wollten eigentlich das Visum B1/B2, mit dem man zehn Jahre lang beliebig oft einreisen darf und dann jeweils bis zu einem halben Jahr bleiben darf. Beim ersten Versuch hatten wir allerdings irrtümlicherweise das 90-Tage-Visum beantragt – und uns gewundert, warum es gar so günstig war (gut 20€ für uns beide), hörten wir doch bisher eher von 150€ Gebühren pro Nase. Naja, als wir dann rausgefunden haben, dass es das falsche war, haben wir nochmal von vorne angefangen…

Jetzt beim richtigen Antrag haben wir eine ganze Weile gesessen, um alle sechs bzw. sieben Formular-Seiten möglichst korrekt auszufüllen (Gehören Sie einer terroristischen Vereinigung an? – das war leicht. Was ist ihre erste Adresse in den Vereinigten Staaten (oder so ähnlich)? – das war schon schwerer. In welchen Ländern waren Sie die letzten fünf Jahre? – komischerweise wollten sie das nur von Michl wissen. Und so weiter…). Als dann alle Formulare fertig waren und wir eigentlich zum Zahlen übergehen konnten, ist mir ein klitzekleiner Fehler aufgefallen: in meiner Reisepassnummer ist eine 0 (=null), eingetragen habe ich aber ein O (= Buchstabe). Blöder Fehler. Insbesondere, weil ich das vorher von meinen Eltern extra klären lassen hab…

Vor der Bezahlung wollten wir jetzt natürlich wissen, was da zu tun ist. Ein Anruf beim Konsulat mit Weiterverbinden über etwa sechs Stellen (nur automatische Ansagen) hat ergeben, dass ich woanders anrufen muss, dort bin ich nach nur dreimal Verbinden an einen Menschen gekommen: entweder den Antrag neu ausfüllen (alles, nur das nicht…) oder konsequent beim O (dem Buchstaben) bleiben. Das scheint öfter vorzukommen, hoffen wir, dass es tatsächlich keine Probleme gibt, wenn der Ausweis mal maschinell eingelesen wird! Dann konnten wir uns ans Zahlen machen, hier waren nur noch drei Formular-Seiten nötig und direkt anschließend haben wir einen Termin für das erforderliche Interview beim Konsulat in München ausgemacht, das heute war.

Unsere Taschen haben wir in einem Schließfach gelassen (man darf keine mitbringen, sie werden auch nicht aufbewahrt) und als wir den „Drachen“ am Eingang mit neuen Passfotos (Marke Verbrecher) besänftigt hatten, ging alles recht flott: Pässe abgeben, Fingerabdrücke scannen, kurzes Interview mit warum und wohin und wir hatten das mündliche OK – das Visum ist bestätigt! Die gestempelten Pässe kommen dann die nächsten Tage mit der Post.

Wir fanden das komplette Prozedere insgesamt als ziemlichen Act, wobei wir natürlich mit dem falschen Visum und dann dem falschen Zeichen schon auch ein wenig dazu beigetragen haben. Zwischendurch hatten wir uns nicht nur einmal gefragt, ob das den ganzen Aufwand wert ist! Immerhin zahlt man ja etwa 300€ im Voraus und weiß dann nicht, ob man tatsächlich rein darf. Wissen wir übrigens auch mit bestätigtem Visum nicht – bei der Einreise kann man immer noch abgewiesen werden!

Neue Segelschuhe

segelschuheAls wir uns im Februar anschickten nach Norden zu kommen, hatte ich schon beim Ablegen gemerkt, dass meine guten Segelschuhe nicht mehr richtig Halt hatten und zu leicht rutschten, das ist mal nicht wirklich gut. Deswegen wollte ich mich dann während unseren Deutschlandaufenthaltes um neue kümmern.

Da kam es geradezu gelegen, dass wir von „12seemeilen“ die Anfrage bekamen, ob wir nicht Segelschuhe testen möchten. Wunderbar, na klar doch! Meine Wahl fiel auf ein Paar Sebago Docksides, die ich dann auch schnell geschickt bekommen habe. Hier der link dazu: http://www.12seemeilen.de/sebago-docksides/ .

Unvoreingenommen gehe ich den Test an, leider zuerst allerdings nur an Land. Doch auch das muss sein. Der erste Eindruck nach auspacken, anschauen und fühlen war dann schon toll. Das Obermaterial besteht aus Wildleder und die Verarbeitung scheint sehr gut zu sein, die Nähte sind sauber und aufwändig vernäht, das Fussbett ist ebenso aus Leder. Die Schnürung besteht die aus einem langen Lederband, das um den Schuh läuft und womit man den Schuh sehr gut anpassen kann. Das Wichtigste eines Segelschuhes ist natürlich die Sohle und die ist zu 100% aus Gummi und sollte wirklich rutschfest sein. Als Farbe habe ich ein neutrales sand-beige gewählt. Insgesamt passt alles zusammen und sieht auch wirklich schick aus!

schuhe_angezogenDer erste Lauftest fand dann auch in der City von Nürnberg statt. Reinschlüpfen und wohlfühlen. Das Schnüren mit den Lederbändeln fällt mir noch ein wenig schwer, doch das wird sicher noch werden.  Ein „Einlaufen“ ist, wie ich finde, nicht notwendig, da drückt nichts, auch nicht als wir nach 3h wieder nachhause kamen. 🙂

Fazit vom Trockentest – ich bin schlicht begeistert. Wobei es natürlich wichtiger ist, wie sie sich an Bord verhalten. Dazu werde ich dann später, wenn wir wieder an Bord und unterwegs sind, mehr erzählen.

so langsam…

… konzentrieren wir uns immer mehr auf Vorbereitungen und Besorgungen. Und nebenbei fliegt die Zeit immer mehr dahin und wir versuchen, noch so viel wie möglich mitzunehmen 🙂

  • am Tag nach dem Klassik Open Air war an gleicher Stelle ein weiteres Konzert: Stars im Luitpoldhain, ein Jazz-Konzert mit sehr gut aufgelegten Sängern und anderen Musikern.
  • letzten Sonntag haben wir dann das Regenwetter „genossen“: The Rocky Horror Picture Show als OpenAir-Kino mit bgleitender Live-Performance in der Katharinenruine (ja, genau die, in der wir auch beim Bardentreffen gelegentlich waren). Eine klasse Kulisse und tolle Stimmung mit Klopapier, Konfetti und allem, was dazugehört, das Wetter war suboptimal…
  • letzten Donnerstag war ich mit Freunden bei Gregor Meyle im Serenadenhof – eine wunderschöne Konzertkulisse mit einem insgesamt tollen Konzert mit hervorragenden Musikern, ein wenig weniger „Publikumsanimation“ und schnatternde Tussen neben uns und es wäre perfekt gewesen
  • Essen und Trinken (wir „üben“ schon Caipis, z.B. letzten Dienstag im Chocolat) bei und mit Freunden – ganz wichtig! (da stehen auch noch ein paar weitere Treffen an 🙂 )

conradUnd so ganz nebenbei haben wir unseren ersten größeren Kleinteileeinkauf gemacht, Conrad stand am Plan. So sehr lang war unsere Liste eigentlich gar nicht, aber wenn man dann mal vor den Regalen steht findet man noch dieses und jenes – am Ende kamen fast 200€ mit Festplattengehäuse, Sicherungen, Wetterstation, Gasbrenner, Halterung mit Lupe zum Löten und diversem Kleinzeug zusammen. Einen neuen, wasserdichten Rucksack gab es noch und wir sind am Zusammenstellen, was wir an Ersatzteilen für JohnWayne mitnehmen wollen – Danke an Matthias für Tipps und Bestelladresse!

Klassik Open Air

sonnenschirme Und noch ein musikalisches Highlight! Vor zwei Wochen war bereits ein Klassik Open Air, irgendwie konnten wir uns da aber nicht aufraffen. Gestern hat das besser geklappt! Seit 2000 findet alljährlich im Luitpoldhain in Nürnberg das Klassik Open Air statt. Ein Abendkonzert bestreiten die Nürnberger Philharmoniker, das andere (das von gestern) die Symphoniker. Es ist jedesmal eine ganz besondere Atmosphäre, wenn wie gestern „nur“ 65.000 Menschen (es waren auch schon bis zu 90.000) gemeinsam auf einer Wiese picknicken und anschließend einem tollen klassischen Konzert lauschen. trockenDie Wiese besteht im Moment eher aus verdorrtem Gestrüpp, bei der langen Trockenheit kombiniert mit der Hitze aktuell hier in der Gegend ist es inzwischen schwer, sowas wie saftiges Grün zu finden… (nichtmal zur Heimfahrt hatte es abgekühlt – die angenehm frischen Sommernächte in Deutschland, auf die wir uns gefreut hatten, gibt es hier im Moment schlicht und ergreifend nicht)

tag_nachtWir hatten uns gut versorgt mit leckeren Häppchen, Wein und natürlich Wasser, was zu lesen hatten wir dabei, so ist die Zeit bis zum Konzert nur so verflogen (wer nicht rechtzeitig da ist, bekommt einfach keinen guten Platz mehr). buehneDas Konzert war herrlich, die Symphoniker waren zum Saisonabschluss gut aufgelegt, tolle Solisten und gleich zwei Chöre mit zusammen über 100 Mann (und Frau) standen auf der Bühne. Wen es interessiert: hier gibt es das Programm und hier ist die komplette Aufzeichnung in der Mediathek des Bayrischen Rundfunks zu finden.

nochmal Musik – Annafest

Fast hätten wir es unterschlagen, soll aber nicht unerwähnt bleiben: zum Abschluss unseres Wochenend-Musik-Marathons waren wir Montag abend auf dem Annafest in Forchheim. Der Ort, an dem das Annafest stattfindet, ist etwas ganz Besonderes – auf dem Kellerberg sind im Wald etliche Bierkeller, in denen die ansässigen Brauereien nicht nur ihr Bier lagern, sondern natürlich auch ausschenken. Geöffnet sind sie das ganze Jahr, zum Annafest gibt es außenrum noch Fahrgeschäfte und in den Biergärten Livemusik. Wir sind hauptsächlich hin, weil wir The Jamily nochmal hören wollten. Und es hat sich gelohnt!

Schee war´s!

Und über das Thema Bierkultur in Franken müssen wir mal extra was schreiben!