Roanoke

Nachdem der Samstag ja ein wenig anstrengender war, wollten wir es gestern ruhiger angehen lassen. Da Gail und Timm nächstes Jahr mit ihrem Boot aufbrechen wollen, hatten sie die ein oder andere Frage und für eine kleine Einführung in OpenCPN war auch noch Zeit. Mittags ging es zuerst zum Smith Mountain Lake auf einen Snack und anschließend weiter nach Roanoke

Dort sind wir erst ein wenig durch die Stadt gekurvt (sehr schöne Altstadt) und dann in einen grandiosen Laden gegangen – Black Dog Salvage. Es gibt nicht viel Neues dort, dafür aber eine schier endlose Anzahl an genialen Ideen für Recycling bzw. Wiederverwendung von alten Teilen aus Häusern, Fabriken oder Kirchen. Glücklicherweise haben wir ein Boot und kein Haus um die Ecke, das hätte sonst ein größerer Einkauf werden können…

Zum Abschied waren wir noch bei einem Aussichtspunkt – dem Star und haben in der Ferne gesehen, wo wir Samstag gelaufen sind, dann ab zurück – wir haben für unsere Gastgeber einen Sauerbraten gekocht. Lecker war er! Heute sind wir wieder aufgebrochen und noch für ein/zwei Tage nach Fredericksburg (heute ist eine Kaltfront mit Regen über Deltaville gezogen, das müssen wir uns nicht gönnen).

McAfee Knob

Gail geht mit Leidenschaft wandern, und daran sollten wir auch teilhaben. Was wir sehr gerne gemacht haben! Zuvor hatten wir schon Bilder von McAfee Knob gesehen, unserem heutigen Ziel. Die Wanderung ist leider kein Rundweg, d.h. man geht denselben Weg hin und zurück – aber das ist auch schon das einzige Manko. In jede Richtung sind es 4 Meilen, also etwa 6,5km, vom Ausgangspunkt bis zur Spitze ist der Höhenunterschied 1.700 Fuß (etwa 520m), es geht jedoch unterwegs auch schon fröhlich auf und ab. Bei Wikipedia ist die Wanderung als „mäßig schwierig“ beschrieben, im Gegensatz zu den „leichten“ auf La Gomera ist das aber ein wenig übertrieben. Ein wenig haben wir trotzdem unsere inaktiven Seglerbeine gespürt.

Wir hatten perfektes Wetter – nicht zu kalt, nicht zu warm, viel Sonne, eine angenehme leichte Brise. Dadurch, dass der Weg fast komplett durch den Wald geht, ist man ständig im Schatten, wird also von der Sonne nicht verbrannt.

Um die verbrannten Kalorien wieder aufzufüllen (und vielleicht ein, zwei zusätzlich), sind wir anschließend essen gegangen. The Home Place in Catawba – wunderschön im Tal gelegen in einem alten Farmhaus. Es gibt für alle das gleiche zu essen, und zwar, bis man nicht mehr mag. Hähnchen, Roastbeef, Bohnen, Kartoffelbrei, Mais, … wird alles bis zum sprichwörtlichen Abwinken serviert. Und schmeckt dafür, dass es eine Massenabfertigung ist erstaunlich gut!

Pappsatt haben wir alle den Rest des Abends auf dem Sofa verbracht 🙂

Floyd in Virginia

Gestern schon sind wir in den Westen Virginias gefahren. Letztes Jahr hatten wir in Solomons Gail und Tim kennengelernt, sie hatten uns auf einen Besuch eingeladen und nun haben wir es endlich geschafft. Sie wohnen an einem Seitenarm des Smith Mountain Lake, am Fuße der Appalachen. Wunderschöne Lage, allerdings ein wenig ab vom Rest der Welt (wie so viele Häuser hier in der Gegend). Dank der Lage sieht man dafür auch gelegentlich mal Hirsche oder Bären über die Straße laufen.

Heute stand neben etwas Akklimatisation ein Besuch von Floyd auf dem Programm. Floyd ist eine nette Kleinstadt in den Bergen, nahe des Blue Ridge Parkways, einer Panoramastraße längs der Blue Ridge Mountains. Floyd hat ein nettes Flair – eine Mischung aus Flower Power, ein klein wenig Bardentreffen und einfach einer angenehmen Atmosphäre. Wir sind durch die Stände und Straßenmusiker gebummelt, haben leckere Pizza gegessen (das ist in den USA durchaus erwähnenswert!), teilweise nicht ganz so leckeres Bier probiert und noch ein Konzert besucht.

Ein richtig schöner Ausflug durch so langsam herbstliche Natur!

kleine Abkühlung

Die Woche über wurde es langsam schleichend immer wärmer – gestern hatten wir beim Thermometer im Cockpit mit 45°C das Ende der Skala erreicht, in Kassiopeia ging es schon seit Tagen nicht mehr unter 30°C, trotz durchlaufender Ventilatoren. In der Bugkabine haben wir inzwischen auch zwei Computerlüfter installiert, die wir seit einer Weile durch die Gegend fahren, die kühlen wenigstens ein wenig die schweißnasse Haut. Und nein, wir wollen trotzdem keine Klimaanlage an Bord.

Man passt eben seinen Tagesablauf an die Temperaturen an, finden wir. Freitag und Samstag waren wir für eine Zeit in der Bücherei, da gibt es schnelles Internet in angenehmer, wohltemperierter Atmosphäre und ansonsten wird schlicht und ergreifend nicht körperlich gearbeitet. Es gibt ja auch ein wenig was zu planen – ToDo-Liste schreiben und ggf. Arbeitsmaterialien bestellen, überlegen, was wir hier in der Gegend noch so alles ansehen wollen und dann fahren wir in der ersten Augustwoche gen Norden. Wir wollen uns zumindest ein wenig was in Kanada ansehen, wenn wir schon in der Nähe sind.

Gestern abend dann sind wir zu einem Baseballspiel – ein wenig das gesellschaftliche Leben in der Gegend erkunden. War auch wirklich interessant, mehr so ein Familienpicknick mit ein wenig Sport nebenbei, nur leider wurde aufgrund eines heftigen Gewitters das Spiel abgebrochen. Der Platz war in kürzester Zeit unter Wasser gestanden und nicht mehr bespielbar. Angenehmer Nebeneffekt des Regens: heute hat es tatsächlich deutlich abgekühlt! Und inzwischen rumpelt es schon wieder um uns herum, das könnte noch mehr Abkühlung bedeuten 🙂

Heute haben wir einen der geplanten Ausflüge unternommen, wir waren in Kilmarnock, auf der anderen Seite des Rappahannock, an dessen Mündung in die Chesapeake Bay Deltaville liegt. Ein etwas verschlafenes, nettes Nest, vielleicht ist unter der Woche mehr los 😉 Wir haben uns nach einem kleinen Bummel einen leckeren Burger gegönnt, dann ging es wieder zurück nach Hause.

Washington ohne Museumsbesuch

Jetzt sind die vier Woche Katzensitten schon fast vorbei und wir hatten es einfach nicht geschafft, mal nach Washington zu fahren. Wir wollten uns das Air und Space Museum und auch das Museum of Natural History ansehen, die hatten wir letztes Jahr nicht mehr geschafft. Das noch recht neue zum Thema African American History hatten wir uns gleich abgeschminkt, da gibt es im August die nächsten Karten für den Besuch im November…

Langer Rede kurzer Sinn – mit einem Leatherman oder ähnlichem im Gepäck kommt man in keines der Museen rein! Und Schließfächer oder ähnliches, um da sowas zu hinterlegen, existieren nicht. Also haben wir uns eben für einen Spaziergang durch Chinatown und die umgebenden Straßen entschieden. War auch schön, bei nicht zu heißem Sommerwetter durch die Stadt zu schlendern.

Nicht viel los

So sehr viel passiert bei uns gerade nicht. Wir verbringen die Tage gemütlich mit lesen, kochen, Filme sehen, Katzen füttern und ihnen die Tür öffnen, einkaufen, nähen, stricken, Garten gießen und was man eben in einem großen Haus so tut. Um da dennoch ein wenig Abwechslung reinzubringen, besuchen wir zwischendurch auch Kassiopeia und Freunde. Bei Kassiopeia waren wir vorletzte Woche, wie zu erwarten war alles bestens. Auf dem Rückweg haben wir dann Isolde und Gabor von der KESTREL mit zum Flughafen genommen – immer wieder schön, wenn man sich zwar nur kurz kennt, dennoch gleich auf einer Linie ist!

Letzten Samstag waren wir in Seaford, VA, und haben Astrid und Jon besucht. Letztes Jahr hatten wir bei ihnen um die Ecke geankert, sie wohnen in einer richtig schönen Ecke! Mit Steg am Grundstück und drei Häuser weiter vom elterlichen Garten aus der ideale Blick auf´s Wasser. Ein Stück weit wie Urlaub… Montag ging es dann gleich weiter mit der nächsten Einladung: Nancy und Jim haben wir in der Marina in Solomons kennengelernt, sie wohnen in Orange, das ist von Fredericksburg nicht so sehr weit weg. Die beiden wohnen mitten an Land, allerdings auf einem recht hübschen Fleck. Knapp neben der Straße aber durch viel Grün getrennt, mit einem Teich, großem Garten und einem traumhaft renovierten Altbau (Baujahr 1946 ist hier recht alt). Und dazu gab es den wohl besten, frisch geräucherten Lachs seit Ewigkeiten.

Danke euch allen nochmal für die schönen Abende und das jeweils äußerst leckere Essen!

Fahrt nach Deltaville

Für heute war besseres Wetter vorhergesagt, zwar auch irgendwie wenig Wind, aber der zumindest aus der richtigen Richtung. Der Start hat gut geklappt, als der Anker noch so gerade am Boden war, habe ich den Motor gestartet (mit den neuen Pumpen überhaupt so gar kein Problem mehr!) – und festgestellt, dass wir den Rückwärtsgang eingelegt hatten. Also hat Michl den Anker noch unten gelassen (es war zu der Zeit weder Wind noch Strömung), ist schnell herbeigestürzt und hat in den Vorwärtsgang geschaltet. Dann wieder vor, Anker hoch und los ging es. 

Bis kurz vor Deltaville hatten wir praktisch keinen Wind, kaum mehr als Fahrtwind. Erst als wir dann um die Ecke biegen mussten, kam natürlich eine Brise auf, jetzt konnten wir sie nur nicht mehr brauchen. Die Einfahrt ging gut, es ist ein recht schmaler Kanal, aber wenn man innerhalb der Tonnen bleibt, tief genug für uns. Dann kam ein kleines Problem – wir haben in der Werft zu diesem Zeitpunkt telefonisch niemanden erreicht (Mittagszeit…), wir hätten jemanden zum Anlegen gebraucht. Wir konnten ja nicht in den Rückwärtsgang schalten zum Bremsen… Im letzten Moment kam Hilfe, er konnte vor dem Aufschlag noch ein wenig Schwung rausnehmen und somit sind wir „nur“ mit Bugspriet und Anker über eine Klampe am Steg gerauscht und haben diese teilweise abgebrochen. Ansonsten, soweit bisher zu sehen ist, keine Schäden. Gutgegangen! 

Und schon kam der Kranfahrer an, hat Kassiopeia und Kran in Position gebracht und ehe wir es uns versehen haben, stand sie eine Stunde später gut und stabil aufgebockt an Land. Da bleibt sie auch eine Weile stehen (so bis September/Oktober, je nachdem, was in der Hurrikan-Saison so los ist), wir sind in der Zwischenzeit entweder hier, um unsere ToDo-Liste abzuarbeiten, oder für Freunde beim Katzensitten oder andere Freunde im Westen Virginias besuchen oder zu einem Road-Trip in Richtung Norden unterwegs. Kassiopeia steht übrigens hauptsächlich deswegen an Land, weil es deutlich günstiger ist ($110 gegen $590 monatlich ab Juni, bis März kamen wir in Solomons noch in den Genuss des günstigen Jahrestarifs, den bekamen wir jetzt nicht mehr).

gefahrene Strecke: 22sm, Gesamtstrecke: 10.013sm

Ankern in Reedville

Bevor es weitergeht, haben wir uns noch ein paar ruhige Tage in Reedville vor Anker gegönnt. Der Platz ist sehr geschützt, nicht eng, auch nicht zu flach, mit genügend Platz zum Drehen je nach Wind und ohne dabei jemandem im Weg zu sein. Die Aussicht ist auch nett, was will man mehr!

Den ersten Tag haben wir erstmal mit Fehlersuche verbracht – wir wollten wissen, warum wir nicht mehr schalten können. Der Super-Gau wäre natürlich ein kaputtes Getriebe! Nachdem wir klären konnten, dass wir den Motor auch eingekuppelt starten können und in Deltaville (unserem nächsten Ziel) auf Hilfe beim Anlegen hoffen können, war schonmal geklärt, dass wir auch so weiter kommen. Der richtige Hinweis kam aus Suriname von der AKKA (danke euch beiden!!) – der Bowdenzug zum Getriebe hat sich festgefressen. Nachdem er unten ausgehängt war, ließ sich direkt butterweich schalten. Unser Konto hat hörbar aufgeatmet, der Bowdenzug ist doch deutlich günstiger als ein neues Getriebe!

Mittags waren wir dann mit Aufräumen fertig, der Urlaub konnte beginnen. Wir haben viel gelesen, irgendwie sind wir da in letzter Zeit beide nicht so sehr dazu gekommen. Samstag bekamen wir Besuch, Sonntag waren wir zum Eisessen unterwegs und heute war Regen angesagt, also genau der richtige Tag, uns unserem Getriebe zu widmen. Wir wollten etwas basteln, wie wir die Schaltung doch noch ins Cockpit umleiten können – hat aber leider nicht geklappt. Ein Holzstab als Verlängerung konnte leider genauso wenig die erforderliche Kraft umleiten, wie eine Konstruktion mit Leinen. Nun gut, dann wird der Motor eben erst gestartet, wenn der Anker fast oben ist und wir fahren gaaaaaanz langsam in die Box.

Jetzt aber – Flag Ponds Nature Park

Heute war der Flag Ponds Nature Park geöffnet und es war wieder schönes Wetter (nachdem gestern abend zwei kräftige Gewitter durchgezogen sind), also haben wir noch einen Versuch gestartet. Und der hat sich gelohnt! Im Gegensatz zu gestern haben wir mehr Natur inkl. entsprechender Tierwelt gesehen (die Aussage gestern dazu war: „kein Problem mit Insekten auf dem Gelände – wir sprühen“). Nachteil dabei sind dann ein paar Stiche, aber dafür gab es Schmetterlinge, Libellen, Schildkröten, Schlangen, drei plantschende Otter (vermuten wir, die waren weit weg, aber es soll da welche geben), etliche Fische und diverses, was eben so durch den Wald fliegt und krabbelt.

Das ganze in einem schönen, grünen, saftigen Wald mit toll gepflegten Wegen und einigen Tafeln zur Erläuterung der Umgebung. Am Schluss waren wir noch kurz am Strand (unsere Muschelsammlung wurde schon länger nicht mehr erweitert) und dann sind wir nach einem wirklich ausgiebigen Waldspaziergang wieder zurück zu Kassiopeia. Glücklicherweise war der Park gestern zu, so sind wir zu zwei Ausflügen gekommen 😉

Jefferson Patterson Park and Museum

Endlich wieder Sonne! Die letzten Tage war es grau in grau mit Nieselregen oder mehr und dazu passenden Temperaturen. Nicht sehr angenehmen, entsprechend wenig waren wir unterwegs. Heute haben wir die endlich wieder scheinende Sonne ausgenutzt – so ganz eigentlich war ein Ausflug zum Flag Ponds Nature Park geplant, der war aber zu. Wieder zurück zu Kassiopeia wollten wir nicht direkt, also haben wir uns umgesehen, was noch so in der Nähe ist und haben Jefferson Patterson Park and Museum entdeckt. 

Im Infocenter wurden wir gleich mit einer Karte zu den Trails versorgt, noch dazu wurde uns direkt eine Führung im zugehörigen archäologischen Institut ans Herz gelegt. Bis zur Führung war es noch ein wenig Zeit, also sind wir ein Stück spazieren gegangen. Die Führung dann später war sehr interessant! Außer uns kam niemand, somit erhielten wir eine Privatführung von Christa aus München. Leider war sie schon zulange in USA und ihre Deutschkenntnisse waren nicht mehr auszubuddeln, somit war die Führung auf englisch. Der Parkbesuch inklusive Führung waren übrigens gratis!

Wir hatten beide eigentlich keine richtige Vorstellung, was uns erwartet und bekamen einen Einblick in die Arbeitsweise beim Sortieren, Präparieren, Konservieren und Katalogisieren von Fundstücken. Von kleinen wie Scherben oder Splittern bis zu Kanonen oder Teilen einer Dampfmaschine. Und wir haben gelernt, dass Archäologie durchaus die neuere Zeit einschließt – bis auf wenige Exponate war alles entweder importiert (z.B. spanische Ölamphoren, deutsche Keramik) oder Kriegsgerät aus dem Bürgerkrieg.

Betty in Baltimore

Wenn man mit dem eigenen Boot in US-amerikanische Gewässer einreist, erhält man eine sogenannte Cruising Licence. Diese erlaubt, sich für ein Kalenderjahr beliebig in US-Gewässern aufzuhalten, überall wo man möchte. Man muss nur bei Standort- bzw. Bundesstaatswechsel kurz telefonisch bescheid sagen. Das ganze ist recht einfach und auch kostengünstig, wir haben letztes Jahr einmalig $18 bezahlt. Ohne Lizenz oder wenn sie abgelaufen ist, kostet es bei jedem Standortwechsel (zu dem man sich melden muss) denselben Betrag (so unsere Information). Jetzt wollen wir uns demnächst mit Kassiopeia bewegen, ihre Lizenz ist aber seit Anfang April abgelaufen.

Und nun kommt Betty in Baltimore ins Spiel. Man bekommt nämlich so ganz eigentlich nur eine neue Lizenz, wenn man inkl. Boot für mindestens zwei Wochen das Land verlassen hat. Wir hörten von unterschiedlichen Seglern, dass Betty da etwas großzügiger ist, also sind wir heute nach Baltimore gefahren und haben die Zollbehörde besucht. Und wir haben Betty zwar gesehen (eine sehr herzlich wirkende Frau mit einem kunterbunten Schreibtisch), aber gar nicht gebraucht: ihre beiden Kollegen haben uns ohne großes Brimborium ganz einfach eine neue Lizenz ausgestellt, für die wir noch nicht mal zahlen mussten. Die Einlasskontrolle zur Behörde hat länger gedauert als der komplette Rest.

Wunderbar, somit war noch genug Zeit, ein wenig am Hafen entlang zu schlendern und das perfekte Wetter zu genießen. Baltimore gefällt uns gut, architektonisch wirklich schön und gerade das Gebiet um den inneren Hafen ist sehr angenehm gestaltet. Preislich ist es nicht so ganz unsere Liga, ein Parkplatz für knapp fünf Stunden ist nicht unter $30 zu bekommen und z.B. der Eintritt ins Aquarium ab $25 oder in die im Hafen liegenden historischen Schiffe ab $15 finden wir einfach ein wenig teuer. Den Spaziergang in der Sonne gab es gratis!

Endspurt

Unsere Zeit in Yaruquíes geht langsam aber sicher zu Ende. Unser Taxi nach Quito für morgen ist längst bestellt und wir haben angefangen, unsere Rucksäcke zu packen. Eine extra Tasche für Souvenirs haben wir auch schon vor einer Weile gefunden, ohne würden wir wohl für die Rucksäcke das Gewichtslimit im Flieger überschreiten und ein zusätzliches Gepäckstück kostet nur $35…

Unsere letzten Stunden Englisch-Unterricht und in der Küche hatten wir bereits, von neuen und sehr lieb gewonnenen Freunden haben wir uns auch schon verabschiedet. Letzten Donnerstag wurden wir von der Schule offiziell verabschiedet, natürlich haben auch wir uns verabschiedet (mit selbstgebackenem Brot mit Kräuterquark – yummie!) und morgen sind wir dann tatsächlich das letzte Mal beim Mittagessen dabei, bevor wir abgeholt werden.

Ein wenig was haben wir in die letzten Tage noch „erledigt“ – Michl hat mit den Schülern einen original „Strudel de Manzana“ (Apfelstrudel) nach Rezept meiner Mutter gebacken, der allgemein extrem gut ankam (das Rezept war sehr gefragt). Ein paar Tage zuvor hat Richard (der Ausbilder in der Küche) im Unterricht noch Cuy zubereitet, das wir probieren durften – sehr fein. Und das selbstgebackene Brot war uns irgendwie auch noch ein Anliegen gewesen.

Einerseits freuen wir uns jetzt doch auch wieder sehr auf Kassiopeia – aber unter anderem das fröhliche Lachen hier in der Schule werden wir doch sehr vermissen!

von 0 auf 5000

in zwei Tagen. Und zwar Meter über dem Meeresspiegel. Heute hat uns nämlich Mario, der Mann von Janeth, der Directora der Schule, zusammen mit drei seiner Kinder zum Chimborazo mitgenommen. Wir sehen den höchsten Berg Ecuadors ja nun seit wir hier sind fast täglich (er lässt sich nicht immer blicken), aber so richtig nah sind wir ihm noch nicht gekommen. Man kann ein gutes Stück hochfahren, wobei das Auto mit der dünnen Luft mehr und mehr zu kämpfen hat. Bis zum Refugio Carrel auf 4850m ü.NN. (das ist 40m höher als der Gipfel vom Mont Blanc) geht es motorisiert, danach heißt es laufen und schnaufen. Vor dem Aufstieg haben wir uns mit einer Tasse Mate de Coca gestärkt, die gute Wirkung in Höhenlagen hatten wir ja bereits in Bolivien kennenlernen dürfen.

Wir haben es alle nicht bis zum Refugio Whymper auf 5050m ü.NN. geschafft, bei knapp über 5000m ü.NN. war Schluss. Es war ziemlich zugezogen, die Aussicht wäre somit nicht viel besser gewesen. Und auch wenn die paar Höhenmeter nicht wirklich viel klingen – bei der dünnen Luft joggt man die nicht mal so eben hoch. Wir haben noch einen Schneemann gebaut, irgendwie wollten wir etwas nettes zurücklassen 🙂

Auf dem Heimweg haben wir noch bei der ältesten Kirche Ecuadors angehalten und einen Zwischenstopp an der Laguna de Colta gemacht. Wir sind an der Laguna zwar inzwischen schon ein paarmal vorbei gefahren, jedoch hatte es immer geregnet. Heute hatten wir Glück!

Desfile de la Alegría

Und kaum waren wir wieder zurück in Yaruquíes, sind wir schon wieder nach Riobamba gefahren. Im Rahmen der Fiestas de Riobamba fand der Desfile de la Alegría – der Umzug der Freude statt und „unsere“ Schule hat natürlich wieder daran teilgenommen. Im Gegensatz zum letzten Umzug war das Wetter bestens, jetzt allerdings schon fast mit zuviel Sonne. Mittags ist sie ja besonders stark und kurz vor 12Uhr sind unsere Stelzenläufer gestartet. Es war ein riesiger Andrang, die komplette Strecke war dicht gesäumt von Menschen. Die einzelnen Gruppen waren etwas fantasievoller als beim letzten Umzug, es waren aber auch mehr als doppelt so viele!

ein Tag am Strand

Schon seit einer Weile hatten wir überlegt, wann und vor allem wohin wir noch an die Küste fahren. Und irgendwie hat uns noch das richtige Ziel und vielleicht auch der letzte Anstoss gefehlt. Da wir ja nun aber bereits in zwei Wochen wieder zurück in den USA sind (die Zeit ist nur so davon galoppiert…), gibt es nicht mehr viele Gelegenheiten. Gestern haben wir sie dann genutzt: mit dem Nachtbus sind wir Donnerstag auf Freitag nach Santa Elena gefahren, anschließend weiter nach Puerto López. Da kamen wir passend früh am Strand an, die Fischer kamen mit ihrem Fang zurück und haben fleißig verkauft. Schön, so ein Spektakel 🙂

Wir haben was zum Frühstück gefunden, sind ein wenig durch die Straßen und entlang der Promenade gebummelt und mittags gab es Fisch frisch zubereitet bei den Fischern am Strand. Und natürlich haben wir auch unsere Füße in Sand und Pazifik gesteckt! Da wir den Sonnenuntergang nicht nur so nebenbei aus dem Bus sehen, sind wir nachmittags schon zurück nach Santa Elena gefahren und haben uns einen Sundowner im Farallón Dillón gegönnt. Nach Reiseführer klang das angeschlossene Museum interessant und ein wenig skurril (was wir bestätigen können), außerdem ist die Aussicht aufs Meer von dort einfach fantastisch.