Cenotes

Gestern haben wir in Tulúm noch unsere Fahrräder ausgenutzt. Nicht sehr weit sind ein paar Cenotes, das sind mit Süßwasser gefüllte Kalksteinlöcher. Das Wasser ist normalerweise glasklar. Wir haben zwei besucht – Cenote Cristal und Cenote Escondida. Beide waren herrlich gelegen, im Gegensatz zur Maya-Ruine war praktisch gar nichts los und wir konnten ein wenig Ruhe und Natur genießen. Was wir an der Umgebung merken, je weiter nördlich wir auf Yucatán kommen, desto trockener wird es. Der Wald ist zwar immer noch dicht, aber lange nicht mehr so saftig und grün wie noch in San Ignacio.

Auf dem Rückweg gab es als Wegzehrung eine Ceviche (inzwischen wohl unser beider Leibspeise) und später sind wir noch ein wenig durch die Geschäfte entlang der Hauptstraße gebummelt. Tulúm ist nett, aber für länger wäre das nicht unser Traumziel. Inzwischen sind wir in Mérida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán. Die erste Fiesta findet gerade noch vor unserem Hostel statt, morgen ist die nächste. Wie es scheint, feiern die Mexikaner gern 🙂 finden wir gut! Mehr von den Fiestas im nächsten Beitrag!

fränkischer Abend in Tulum

Genug von Chetumal, mit dem Bus sind wir weiter nach Tulum gefahren. Da ist es gleich ein deutliches Stück touristischer, es gibt Restaurants en masse, Andenkenläden verschiedener Qualität und viele, viele Menschen. Unser Hostel ist nett, da hatten wir bisher aber auch eigentlich nur in Caye Caulker daneben gelangt. Abends treffen wir uns mit Petra und Bernhard (die hier zweitweise wohnen) zu einem fränkischen Abend – Bernhard und ich haben die gleiche Spanisch-Lehrerin, Luz hat uns auch miteinander vermittelt. Danke an alle für einen schönen, kurzweiligen und leckeren Abend!

Für heute haben wir uns im Hostel Fahrräder gemietet, wenn wir schonmal hier sind, wollten wir natürlich auch die Maya-Ruinen besuchen. Die Fahrt hat sich ein wenig gezogen, die Bewegung tat uns trotzdem gut! Leider waren wir ein wenig spät dran, die ersten Busse waren somit schon da und die ganze Anlage proppenvoll. Die Ruinen liegen malerisch schön am Strand, zu der Zeit, als sie noch bewohnt waren, müssen sie sehr beeindruckend gewesen sein. Wir waren heute nicht so sehr begeistert, sind uns aber nicht sicher, ob das vielleicht hauptsächlich an den Besuchermassen lag. Es waren unzählige Führungen unterwegs und große Gruppen, die dann auch gerne mal Wege verstopft haben. Die Aussicht zu genießen war auch nur bedingt möglich. Trotzdem war es den Besuch wert!

Bevor wir zurück sind, waren wir noch am Strand, so herrlichen feinen, weißen Sand hatten wir bisher noch nirgends! Baden war schlecht, es ist recht windig im Moment, entsprechend sind die Wellen und zudem wird gerade sehr viel Seegras angeschwemmt.

 

PS: Dienstag hat in Chetumal tatsächlich der Faschingsumzug zum vierten Mal stattgefunden. Es kamen aber noch mehr Zuschauer!

Abschied aus Belize

Diesmal sind wir, zumindest für diese Reise, endgültig aus Belize abgereist. In Orange Walk Town haben wir uns sehr wohl gefühlt. Immer wieder wurden wir auf der Straße oder in Geschäften angesprochen und in Belize willkommen geheißen, alle waren interessiert, wie uns Belize gefällt und natürlich erfreut über unsere Antwort. Wir haben uns ein wenig an Marokko erinnert gefühlt, da war es das letzte Mal, dass wir so oft herzlich im Land begrüßt wurden!

In Orange Walk Town steppt nicht gerade der Bär, also sind wir ganz einfach ein wenig durch die Straßen gelaufen und haben nochmal lecker bei Nina gegessen. Gestern sind wir dann mit dem Bus nach Mexiko gefahren. Der Grenzübergang war wieder einfach, aber da hatten wir bisher noch nirgends Probleme. Die Ausreise aus Belize kostet 40BZ$ (=20US$), die Einreise nach Mexiko 533MXN (~23€), dafür dürfen wir aber 180 Tage bleiben. Bis zu unserem Hostel in Chetumal haben wir uns ein Taxi gegönnt, der Bus war etwas in Zeitnot (ja, es gibt hier Fahrpläne, an die sich möglichst auch gehalten wird) und der wäre auch nicht bis ins Zentrum gefahren.

Gestern war dann auch gleich Karneval angesagt – abends war ein großer Umzug mit etlichen Wagen, vielen Tänzern, lauter Musik und ganz, ganz vielen fröhlichen Menschen in groß und klein. Der Umzug hat fast drei Stunden gedauert, wir haben ihn zwar nicht komplett gesehen, aber zu überhoren war er nunmal nicht 😉

Heute haben wir uns ein wenig Kultur gegönnt. Chetumal liegt ja noch mitten im Maya-Gebiet und so gibt es hier ein Museum über die Kultur der Maya. es ist sehr interessant aufgemacht, mit vielen Ausstellungsstücken und auch Modellen verschiedener Stätten. Auch zu Tikal wurde noch etwas erklärt. Interessant wäre, was sich an den Erläuterungen über die Beziehungen der Stätten untereinander ändert, wenn denn die neuentdeckte Stätte in Petén/Guatemala besser erforscht ist!

Rum in Orange Walk Town

So langsam aber sicher bewegen wir uns in Richtung Mexiko. Einen Stopp wollten wir in Belize jedoch noch einlegen, in Orange Walk Town gibt es die größte Rum-Destillerie des Landes. Wir dachten uns, dass man die doch bestimmt besichtigen kann, und man kann. Gestern schon sind wir in den Laden hier im Ort gegangen, haben ein klitzekleines Tasting gemacht und uns wegen der Führung erkundigt. Im Büro gleich über dem Laden haben wir eine offizielle Besichtigungsgenehmigung für heute 14 Uhr bekommen. Vormittag war uns zu heikel, wir wussten nicht, ob es da Proben gibt… Was wir gleich mit ausgemacht haben, war die Erlaubnis, die archäologische Stätte auf dem Gelände anzusehen – zuvor wussten wir gar nicht, dass es eine gibt.

Nach einem sehr leckeren Mittagessen in einem recht kleinen aber feinen Imbiss einer guatemaltekischen Mamma beim Markt (Ceviche und Hähncheneintopf) haben wir uns ein Taxi gesucht und auf den Weg gemacht. Zuerst haben wir eine ausführliche Erläuterung der Rumproduktion bekommen, und auch, wie sie speziell in der Destillerie Cuello umgesetzt wird. Anschließend hab es eine kleine Führung (sie war wirklich klein, die Produktion ist nicht so sehr riesig) und zum Abschluss haben wir sogar jeder eine große Flasche Rum geschenkt bekommen. Die Führung war übrigens gratis! 

Anschließend sind wir noch ein wenig durch´s Gelände zur Maya Ruine. Die war recht übersichtlich. Jetzt gerade haben wir herausgefunden, dass es wohl die älteste in Belize ist! Allerdings haben wir auch nicht alles davon gesehen, ein offensichtlich größerer Teil ist noch unter Wald verborgen, durch den gerade eine Rinderherde getrieben wurde. Der ganze Nachmittag vom Mittagessen bis zur Ruine war wirklich ein besonderes Erlebnis, mit sehr schönen zwischenmenschlichen Kontakten.

faszinierendes Tikal

Gestern sollte der trockendste Tag der Woche sein, also haben wir uns auf den Weg nach Tikal gemacht. Tikal erstreckt sich über eine Fläche von über 64qkm und ist eine der am besten erforschte Maya-Stätte. Und das, obwohl noch unheimlich viel unter dem wuchernden Regenwald verborgen ist, oder auch von der Natur wieder zurückgeholt wird. 

Wir sind gleich mit dem frühesten Bus gefahren (man muss eine organisierte Tour nehmen, mit öffentlichen Mitteln kommt nicht in den Park), um 4:30Uhr sind wir am Hostel abgeholt worden. Es sind gut 60km von Flores aus, um halb sieben etwa waren wir mit Eintrittsbändsel versehen zu Fuß auf dem Weg zu den Ruinen. Wir dachten, wir bekommen um die Zeit noch etwas vom Sonnenaufgang mit, aber es war einfach noch zu bewölkt. Die Morgenstimmung war trotzdem toll, noch dazu waren wir fast alleine unterwegs. 

Das erste Highlight war die Gran Plaza, der große Platz, auf dem man Tempel I („Großer Jaguar“, eines der Wahrzeichen Guatemalas) und Tempel II sowie Acrópolis Norte und Central zu bestaunen sind. Tempel II kann man über eine Treppenkonstruktion besteigen und erhält schon einen ersten Vorgeschmack auf den Ausblick über Tikal. Weiter sind wir zu den Tempeln III und IV („Zweiköpfige Schlange“). Der letztgenannte ist mit 65m der höchste in der Anlage, auch ihn haben wir bestiegen und sind eine ganze Weile sitzen geblieben. Von oben hat man eine grandiose Aussicht über den Regenwald, wir hatten zur Begleitung noch ein Konzert der ansässigen Brüllaffen. Leider hat es kurz danach zu regnen begonnen, wir haben uns trotzdem noch weitere Bauten angesehen und uns später für den Nachmittagsbus zurück nach Flores gemütlich zum Ausgang begeben.

Insgesamt hatten wir wohl zwischen den völlig verregneten Tagen die letzte Zeit gestern doch „Glück“ mit dem Wetter. Wir hatten ein paar Sonnenstrahlen und während wir auf dem Tempel IV saßen zumindest noch keinen Regen. Auf der Plaza konnten wir das Schattenspiel und die Morgensonne genießen, später dann haben wir ein gutes Gefühl einer mystischen Stimmung mit teilweise überwucherten Ruinen im feuchten Regenwald bekommen. Wir sind von der Größe der Anlage, der unbändigen Natur und der bunten und lauten Tierwelt absolut beeindruckt!

 

Brüllaffenkonzert, aufgenommen auf Tempel IV 

Regenwetter

Dass es diese Woche viel regnen soll, wussten wir schon, aber so viel hätte es dann doch nicht sein müssen. Wenn wir mal vor die Tür gehen, dann nicht so sehr weit und nur unter vorheriger Beobachtung der Wolkenlage. Heute sind wir z.B. seit kurz nach Mittag wieder in der Unterkunft, gestern war es ähnlich. Zumindest regnet es warm… Und wir können trockenen Fußes aufs Klo und uns was zu essen machen, also verbringen wir eben die Tage lesend und im Internet surfend.

Ein wenig was haben wir in den Regenpausen unternommen, ein wenig Füße vertreten muss zwischendurch ja auch mal sein. Wir haben den Markt in Flores besucht und sind dort und hier auf der Insel einfach ein wenig durch die Straßen gebummelt. Einen Tagesausflug irgendwohin zu unternehmen macht aktuell keinen Sinn, es regnet einfach zu viel.

von San Ignacio nach Flores

Belize hat uns mit der Zeit immer besser gefallen. San Ignacio ist ein schöner, gemächlicher Ort von dem aus man etliches unternehmen kann. Hilfreich ist trockenes Wetter, da hatten wir leider kein großes Glück. Die ATM-Höhle fiel sprichwörtlich ins Wasser, das würden wir allerdings gerne noch nachholen. Mal sehen, wie unsere Tour hier weiter verläuft. Gestern war in San Ignacio Markttag, den wollten wir selbstverständlich nicht verpassen. Es war ein buntes Treiben mit allerlei unterschiedlichen Ständen – Obst, Gemüse, Handarbeiten, diverse Souvenirs und auch Essensstände. In kleiner ist der Markt die ganze Woche geöffnet, aber gestern waren schon deutlich mehr und auch andere Händler aus ländlicheren Regionen da. Herrlich, da mal wieder ausführlich drüber zu schlendern mit all den Gerüchen und dem Gewusel.

Die Menschen in Belize waren unheimlich freundlich, man bekommt unterwegs selbst vom Verkehrspolizisten ein fröhliches „Welcome in Paradise“ hinterhergerufen. Es ist ein kleines Volk (ganz Belize hat weniger Einwohner als Nürnberg), das aus einem ziemlichen Mischmasch besteht: Kreolen, Indigenas (hauptsächlich Maya), Garifuna (ehemalige Sklaven vermischt mit Kariben), Mennoniten und ein steigender Anteil an Chinesen. Auch sprachlich geht es recht bunt zu, englisch ist offizielle Landessprache, spanisch wird sehr viel gesprochen, Creole ebenso und an der Küste kommt noch Garifuna dazu. Die meisten Belizer sprechen so von Kindheit an schon zwei, viele auch drei Sprachen.

Heute sind wir dann wieder umgezogen, es ging über die Grenze nach Flores in Guatemala. Genauer gesagt sind wir auf der Isla de Flores, das ist eine kleine Insel im Petén-Itzá-See. Es ist sehr malerisch hier, aber auch recht touristisch. Dennoch aber auch ein Stück günstiger als Belize (obwohl wir uns erst noch an den Wechselkurs gewöhnen müssen. Der war in Belize mit 1US$=2BZ$ recht einfach). Wir hoffen, die nächsten Tage mal weniger Regen zu bekommen und uns dann Tikal ansehen können.

Cahal Pech

So ganz eigentlich wollten wir heute der ATM-Höhle einen Besuch abstatten, doch durch den Regen der letzten Tage und vor allem der letzten Nacht stand die Höhle unter Wasser. Während der Begehung muss man teilweise schwimmen um sie zu durchqueren und da das Wasser zu hoch stand, wurde sie gesperrt.

Als Alternative stand mit Cahal Pech eine weitere Maya-Stätte auf dem Programm. Da Claudi heute noch ein wenig was arbeiten musste, machte ich mich alleine auf den Weg. Wie fast jede Maya-Stätte befindet sie sich auf einem der höchsten Punkte der Gegend, das heisst bergauf 🙂 Die Stätte selbst liegt nur ca. 30Min. von unserer Unterkunft entfernt, also in Fusswegdistanz. Die Anlage ist um ein etliches kleiner als Xunantunich, sie war auch eher nur der Wohnsitz einer königlichen Familie. Doch trotzdem sehr interessant, wie ich finde. 

 

 

Xunantunich

Das Wetter spielt die letzten Tage nicht so sehr mit, die geplanten Touren mussten wir leider reduzieren. Vorgestern war das Wetter noch passabel, da haben wir die Gelegenheit ergriffen und eine Führung zu medizinischen Pflanzen gemacht. Wir hatten Glück und waren die einzigen Teilnehmer unserer Führung, so konnten wir auch das ein oder andere Blatt probieren. Ein wenig kannten wir noch von unserem Aufenthalt am Amazonas in Ecuador, ein wenig Neues kam auch dazu (wie z.B. dass Termiten nussig schmecken).

Unser Plan für gestern fiel ins Wasser, heute sind wir dann aber nach Xunantunich. Man kommt von San Ignacio aus gut mit dem Bus hin, noch kurz mit der Fähre über den Mopan übersetzen, knapp zwei Kilometer laufen und schon ist man da. Hier in Mittelamerika befinden sich etliche Maya-Ruinen („Steinhaufen“ ;-)) und da wollten wir natürlich nicht an allen vorbei fahren. Die Bedeutung von Xunantunich ist „steinerne Frau“. Die große Pyramide „El Castillo“ hat zwei Friese, die jedoch beide Replika sind. Die Originale sind noch dahinter erhalten.

Es ist eine ganz ruhige Atmosphäre, wenn man auf einem der Plätze steht. Viel dazu beigetragen hat wohl auch, dass nicht so sehr viel los war, aber die Bauten allein so im Wald sind schon beeindruckend. Und faszinierend, dass man selbst die große Pyramide nicht von unten aus sieht, obwohl man knapp dran vorbei geht.

San Ignacio

Und heute sind wir wieder ein Stück weiter gefahren, weg von der Küste in Richtung Grenze zu Guatemala. Gelandet sind wir in San Ignacio. Die Fahrt ging schon um 7 Uhr früh los und trotz zweimal umsteigen waren wir deutlich schneller als gedacht, kurz vor 11 Uhr vormittag waren wir schon in unserem Hostel, bzw. unserer kleinen Hütte. Somit hatten wir genug Zeit, uns gleich mal ein wenig umzusehen. Wir sind über den nebenan liegenden Markt geschlendert und ein wenig durch die Straßen. So sehr groß ist es nicht, also haben wir uns ein wenig Info-Material besorgt, was man hier so machen kann (ist eine ganze Menge) und sind dann nochmal los.

Und wir haben spontan gleich zwei „Führungen“ mitgemacht. Die erste, um noch ein wenig Zeit zu überbrücken, bis dann die zweite losging. 

Etwas, was in jedem Supermarkt und auf jedem Tisch im Restaurant oder Imbiss steht, sind Saucen von Marie Sharp. Es gibt scharfe und sehr scharfe, das in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Und wir haben ein schnelles Tasting dazu gemacht. Sehr lecker! ein paar der Saucen haben wir schon im Gepäck, das war keine schlechte Wahl. Was wir interessant fanden (es gab natürlich auch noch ein paar mehr Infos dazu): Belizer sind nicht sehr stolz auf eigene Produkte, sie bevorzugen importierte Waren. Was wohl auch daher kommt, dass meist Rohstoffe exportiert werden. Das erste richtige, fertige Produkt, das exportiert wurde und wird, sind die Saucen von Marie Sharp. Und darauf sind sie sehr stolz und macht sie zu etwas besonderem!

Als zweites haben wir uns eine Information über Schokolade gegönnt. Bei AJAW bekommt man eine tolle Einführung in die Herstellung und Bedeutung der Schokolade bei den Maya. Wir durften selbst Hand anlegen und auch probieren. Sehr fein! Übrigens: typischerweise trinkt man die Schokolade mit heißem Wasser, ohne Milch!

Und noch ein kleiner Nachsatz: heute haben wir Nachricht bekommen, dass Kassiopeia seit letztem Dienstag gut und sicher an Land steht. Sehr beruhigend!

Hopkins

Dienstag haben wir Caye Caulker verlassen, so richtig leid getan hat uns die Abreise nicht. Mit der Fähre sind wir zurück nach Belize City, von dort mit dem Bus in Richtung Süden nach Dangriga und für den letzten kleinen Hopser nach Hopkins haben wir uns mit anderen ein Sammeltaxi gegönnt. Hopkins ist ein ziemlich verschlafenes Nest, was uns im Moment sehr entgegen kommt. Der Plan war ja, anfangs erstmal ein wenig die Füße hochzulegen. Hier geht das. Zum einen, weil man tatsächlich nicht viel unternehmen kann, zum anderen, weil das Wetter nicht so der Knüller ist. Es ist kühl (nachts brauche zumindest ich zwei Decken), bewölkt und regnet gelegentlich. Aber um lesend in der Hängematte zu liegen, taugt das!

Kältewelle

Nachdem ich nochmal die Leinen verstärkt hatte, haben wir den Wintersturm gut überstanden. Die Nächte waren zwar sehr kurz, weil an Schlaf bei dem Wind nicht wirklich zu denken war, Kontrolle ging vor. Doch das ist jetzt vorbei, obwohl doch noch ab und an gscheite Böen durchpfeifen. Dafür ist die Kälte da, letzte Nacht waren es -12°C und heute soll es noch mal ein paar Grad runtergehen. Meine beiden kleinen Heizkörperchen laufen auf Hochtouren, doch ist es immer wieder ein Vergnügen zu Kochen oder Wasser für Tee heiss zumachen, da das dann eine recht angenehme Temperatur bringt 🙂 

Morgen, Sonntag, soll der Wind dann auf Süd drehen, was warme Temperaturen bis zu +10°C mit sich bringt. Allerdings wird es wohl noch ein paar Tage dauern, bis das Eis soweit weggetaut ist, dass wir kranen können. Deshalb werde ich morgen nochmal Eis hacken, das wärmt :-), und dann zu Claudi und unseren Freunden düsen. Sollte es bis Mittwoch mit dem Kranen klappen, fahren wir nochmal hierher, ansonsten bereiten wir uns auf die wärmeren Gefilde vor 🙂

Roanoke

Nachdem der Samstag ja ein wenig anstrengender war, wollten wir es gestern ruhiger angehen lassen. Da Gail und Timm nächstes Jahr mit ihrem Boot aufbrechen wollen, hatten sie die ein oder andere Frage und für eine kleine Einführung in OpenCPN war auch noch Zeit. Mittags ging es zuerst zum Smith Mountain Lake auf einen Snack und anschließend weiter nach Roanoke

Dort sind wir erst ein wenig durch die Stadt gekurvt (sehr schöne Altstadt) und dann in einen grandiosen Laden gegangen – Black Dog Salvage. Es gibt nicht viel Neues dort, dafür aber eine schier endlose Anzahl an genialen Ideen für Recycling bzw. Wiederverwendung von alten Teilen aus Häusern, Fabriken oder Kirchen. Glücklicherweise haben wir ein Boot und kein Haus um die Ecke, das hätte sonst ein größerer Einkauf werden können…

Zum Abschied waren wir noch bei einem Aussichtspunkt – dem Star und haben in der Ferne gesehen, wo wir Samstag gelaufen sind, dann ab zurück – wir haben für unsere Gastgeber einen Sauerbraten gekocht. Lecker war er! Heute sind wir wieder aufgebrochen und noch für ein/zwei Tage nach Fredericksburg (heute ist eine Kaltfront mit Regen über Deltaville gezogen, das müssen wir uns nicht gönnen).

McAfee Knob

Gail geht mit Leidenschaft wandern, und daran sollten wir auch teilhaben. Was wir sehr gerne gemacht haben! Zuvor hatten wir schon Bilder von McAfee Knob gesehen, unserem heutigen Ziel. Die Wanderung ist leider kein Rundweg, d.h. man geht denselben Weg hin und zurück – aber das ist auch schon das einzige Manko. In jede Richtung sind es 4 Meilen, also etwa 6,5km, vom Ausgangspunkt bis zur Spitze ist der Höhenunterschied 1.700 Fuß (etwa 520m), es geht jedoch unterwegs auch schon fröhlich auf und ab. Bei Wikipedia ist die Wanderung als „mäßig schwierig“ beschrieben, im Gegensatz zu den „leichten“ auf La Gomera ist das aber ein wenig übertrieben. Ein wenig haben wir trotzdem unsere inaktiven Seglerbeine gespürt.

Wir hatten perfektes Wetter – nicht zu kalt, nicht zu warm, viel Sonne, eine angenehme leichte Brise. Dadurch, dass der Weg fast komplett durch den Wald geht, ist man ständig im Schatten, wird also von der Sonne nicht verbrannt.

Um die verbrannten Kalorien wieder aufzufüllen (und vielleicht ein, zwei zusätzlich), sind wir anschließend essen gegangen. The Home Place in Catawba – wunderschön im Tal gelegen in einem alten Farmhaus. Es gibt für alle das gleiche zu essen, und zwar, bis man nicht mehr mag. Hähnchen, Roastbeef, Bohnen, Kartoffelbrei, Mais, … wird alles bis zum sprichwörtlichen Abwinken serviert. Und schmeckt dafür, dass es eine Massenabfertigung ist erstaunlich gut!

Pappsatt haben wir alle den Rest des Abends auf dem Sofa verbracht 🙂

Floyd in Virginia

Gestern schon sind wir in den Westen Virginias gefahren. Letztes Jahr hatten wir in Solomons Gail und Tim kennengelernt, sie hatten uns auf einen Besuch eingeladen und nun haben wir es endlich geschafft. Sie wohnen an einem Seitenarm des Smith Mountain Lake, am Fuße der Appalachen. Wunderschöne Lage, allerdings ein wenig ab vom Rest der Welt (wie so viele Häuser hier in der Gegend). Dank der Lage sieht man dafür auch gelegentlich mal Hirsche oder Bären über die Straße laufen.

Heute stand neben etwas Akklimatisation ein Besuch von Floyd auf dem Programm. Floyd ist eine nette Kleinstadt in den Bergen, nahe des Blue Ridge Parkways, einer Panoramastraße längs der Blue Ridge Mountains. Floyd hat ein nettes Flair – eine Mischung aus Flower Power, ein klein wenig Bardentreffen und einfach einer angenehmen Atmosphäre. Wir sind durch die Stände und Straßenmusiker gebummelt, haben leckere Pizza gegessen (das ist in den USA durchaus erwähnenswert!), teilweise nicht ganz so leckeres Bier probiert und noch ein Konzert besucht.

Ein richtig schöner Ausflug durch so langsam herbstliche Natur!