Wartestellung

Und es ist, wie es immer ist: sobald wir irgendwo länger liegen, kommen wir auch mehr in Kontakt mit anderen, die auch hier sind. Wir sind nicht die einzigen, die auf passendes Wetter warten, wir haben quasi ein paar Leidensgenossen. Am Wochenende waren wir bei Madeline und Roy auf der Mithril – und wir finden es immer wieder schön, mit Briten einen Abend zu verbringen! 

Es wurde auch weitergearbeitet: die alte Alufolie, die wir für unser Funkgerät als Erdung in der Heckkabine hatten, war völlig aufgelöst (wir vermuten, aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit) und wir haben sie mit einem Kupfergitter ersetzt. Hoffentlich hält das länger! Und ein neues Kabel vom Tuner zum Achterstag haben wir gelegt. Eigentlich sollten wir jetzt eine gute Verbindung aufbauen können. Nebenbei haben wir Diesel gebunkert – bei der sehr netten Marina nebenan. Wir haben uns sehr gefreut, ein wenig Langeweile bei der Mitarbeiterin vertreiben zu können 🙂

Und auf besonderen Wunsch ein paar Bilder des Büroneubaus hier am Gelände. Das ist die typische Bauweise, auch für mehrstöckige Wohngebäude.

Drin ist er!

Der Bowdenzug passt, ist eingebaut und man kann schalten – die wichtigste Bedingung, um an ein Ablegen zu denken, ist erledigt. Ein ganz besonderes Dankeschön geht an den Volvo-Sonder-Service Göbel in Stein! Vor dem Einbau hatten wir den Bowdenzug noch in einer Diesel-Öl-Mischung eingelegt, er konnte sich so richtig schön vollsaugen und sollte damit auch erstmal gut gegen Rost geschützt sein. Der alte war innen gebrochen, es war kein Wunder, dass sich da nichts mehr bewegt hat.

Ein anderer wichtiger Punkt, das Wetter, ziert sich noch ein wenig. Alle sechs Stunden gibt es neue Vorhersagen und sie ändern sich auch alle sechs Stunden. Einmal denken wir: wow, da könnte sich was passendes entwickeln – dann wieder: ach nö, das müssen wir uns nicht antun (wie z.B. bis zu 30kn aus Süd kommend, da wollen wir ja hin). Wir haben uns jetzt mal für nächste Woche einen Krantermin reserviert, absagen können wir immer noch. Blöderweise müssen wir da aber etwas vorausplanen, Donnerstag und Freitag sind hier Feiertage, wir können also nicht spontan zum Wochenende aufbrechen, wenn wir Mittwoch abend noch an Land stehen… Es bleibt spannend, wir sind selbst neugierig, wann wir endlich im Warmen sind!

Nebenbei haben wir weiter Lebensmittel aufgestockt, eigentlich sollten wir erstmal gar keinen Supermarkt mehr brauchen… Würde auch unserem Geldbeutel gefallen, der gerade doch ein wenig beansprucht wird. Die Batterien sind noch unterwegs, ein wenig Zeit haben sie ja noch. Ach ja, und noch ein wichtiger Punkt: seit gestern ist Kassiopeia wieder ein Segelboot, Groß- und die beiden Vorsegel sind wieder an Ort und Stelle. Und innen haben wir etwas mehr Platz, um endlich alles sauber verstauen zu können.

Herbstwetter

Herbststimmung noch in Providence

Der Herbst ist hier in Deltaville angekommen, während wir weg waren, die Temperaturen sind alles andere als freundlich. Unser Heizlüfter arbeitet zuverlässig und mit genügend Schichten Kleidung lässt es sich leben, gestern abend haben wir es im Salon sogar auf knapp über 20°C gebracht. Aber es wird Zeit, dass wir gen Süden kommen!

Feuerwehr in Deltaville

Vorher stehen aber noch ein paar Aufgaben an. Wir haben neue Batterien bestellt (kommen hoffentlich Donnerstag), eine neue Membran für den Wassermacher (wir haben die alte vernachlässigt, außerdem war sie wohl letztes Jahr eingefroren – kommt Mittwoch) und dann für heute erstmal das Geldausgeben gestoppt… Gestern haben wir schon die letzten Einkäufe in die Vorratsliste eingetragen, beschriftet und verstaut. 

der ist auch noch im Einsatz

Und dann ist uns heute Nachmittag gefühlt ein Gebirge vom Herzen gefallen: Dank Uwe von der SY JABULO ist unser neuer Bowdenzug da (wir konnten auf dem Weg von Solomons hierher nicht mehr schalten). Somit fehlt nur noch die „Kleinigkeit“ des Einbaus, und damit auch die Gelegenheit zum Test, ob nicht doch (auch) die Schaltung ein Problem hat. Hat sie nicht! Sobald der Bowdenzug abgehängt war, ließ sich die Schaltung butterweich bewegen.

zurück in der Zivilisation

Gestern sind wir von Providence zurück nach Washington geflogen. Für zwei Tage bleiben wir in Fredericksburg bei Freunden, Samstag wollen wir zu Kassiopeia. Wir wollen noch ein wenig das gute Internet nutzen, außerdem hat ein beheiztes Haus bei dem morgen zu erwartenden Nachtfrost doch so seine Vorteile gegenüber eines nur mit Heizlüfter erwärmten Bootes.

Wir haben ein paar Tage gebraucht, die Nacht zu verdauen, aber es geht uns gut. War eine immens teambildende Aktion! 🙂 Wir würden jedoch trotzdem nicht empfehlen, so eine Situation zu erzwingen… Das Boot steht inzwischen an Land und die Versicherung hat grünes Licht gegeben, mit den Reparaturen anzufangen. Somit war unser Einsatz nicht mehr nötig (für die erforderlichen Schweißarbeiten fehlt uns das nötige Know-How und die wichtigsten Aufräumarbeiten sind erledigt) und wir kommen wieder zu unserem ursprünglichen Plan zurück: sobald als möglich mit Kassiopeia in Richtung Bahamas aufzubrechen. Es gibt immer noch etwas zu tun, bis zu einem Wetterfenster wird uns nicht langweilig werden.

spontane Entscheidung

Donnerstag sind wir wieder zurück zu Kassiopeia gefahren – in Erwartung von ein wenig Arbeit, etwas kühleren Temperaturen und einem Bowdenzug, der planmäßig am 7. November eintrifft. Wir waren noch nicht aus Fredericksburg raus, da kam ein Anruf von Isolde, ob wir mit ihr und Gabor ein Boot auf die Bahamas überführen würden. Und zwar müssten wir spätestens Dienstag in Providence sein, wir haben 15 Minuten Zeit, uns zu entscheiden. Nun, also sind wir dann eben am Sonntag in den Flieger gestiegen…

Zuvor war jedoch auf Kassiopeia noch allerhand zu tun: das Coppercoat musste fertig gestrichen werden, dazu mussten ein Paar Stützen verschoben werden (haben wir nicht selbst gemacht), Wäsche waschen war nötig, Rucksäcke rauskramen, Lebensmittel auf Haltbarkeit prüfen und entweder essen oder verteilen, einen schönen Abend mit Heike und Herwig von der SY Worlddancer II verbringen, neuen Wasserhahn einbauen (der letzte hat immerhin ein ganzes Jahr gehalten…) und natürlich packen.

Ein wenig stürmisch war es schon die ganze Zeit, der Flieger ist trotzdem beachtlich ruhig gelandet. Gabor hat uns abgeholt, zum Boot gebacht, wir haben uns ein wenig umgesehen und nach einer kleinen Einkaufstour hatten wir uns alle auf einen gemütlichen Abend eingestellt. Das Boot ist (bzw. war) gemütlich und knuffig.

Dann kam die Nacht, der Wind wurde mehr, irgendwann war es ein ausgewachsener Sturm. Das wäre noch nicht das Problem gewesen, das kam dann in Form von bis zu 3m hohen Wellen am Dock. Lange Nacht ganz kurz erzählt: uns sind alle sieben Festmacher gebrochen, ein paar Fender explodiert, wir hatten Probleme, den Motor zu starten (zeitgleich mit dem Reißen der letzten Leine ist er angesprungen), eine Rettungsinsel ging ohne uns auf die Reise, einer monströsen elektrischen Winsch war es zuviel, uns zurück an den Steg zu ziehen, wir sind unzählige Male mit dem Bug auf das Dock gekracht und mit der Backbordseite in ein anderes Boot (unser Schaden ist deutlich größer), hatten Ruderprobleme, in den Heckkabinen stand das Wasser (was u.a. zum Ruderproblem führte), die Coastguard wollte nur wissen, ob der Eigner bescheid weiß und wir Wassereinbruch haben (da hatten wir die Heckkabine noch nicht besichtigt, das Wasser da kam aber auch von den Wellen übers Heck) und letztendlich gegen drei Uhr früh haben wir es noch geschafft, uns im Windschatten eines Trockendocks festzumachen. Da werden wir jetzt die zweite Nacht verbringen, das Dock muss zuerst noch von einem Taucher kontrolliert werden.

Heute haben wir grob aufgeräumt und Schäden besichtigt – da gibt es leider einige… Eine Abfahrt zu den Bahamas ist so definitiv nicht möglich, wir sind sicher, noch nicht alle Schäden entdeckt zu haben. Außerdem haben wir uns bemüht, unseren Adrenalinspiegel wieder auf Normallevel zu bringen. An Schlaf war die ganze Nacht nicht zu denken, früh haben wir es zwar probiert, hat aber selbst da nicht richtig geklappt.

Roanoke

Nachdem der Samstag ja ein wenig anstrengender war, wollten wir es gestern ruhiger angehen lassen. Da Gail und Timm nächstes Jahr mit ihrem Boot aufbrechen wollen, hatten sie die ein oder andere Frage und für eine kleine Einführung in OpenCPN war auch noch Zeit. Mittags ging es zuerst zum Smith Mountain Lake auf einen Snack und anschließend weiter nach Roanoke

Dort sind wir erst ein wenig durch die Stadt gekurvt (sehr schöne Altstadt) und dann in einen grandiosen Laden gegangen – Black Dog Salvage. Es gibt nicht viel Neues dort, dafür aber eine schier endlose Anzahl an genialen Ideen für Recycling bzw. Wiederverwendung von alten Teilen aus Häusern, Fabriken oder Kirchen. Glücklicherweise haben wir ein Boot und kein Haus um die Ecke, das hätte sonst ein größerer Einkauf werden können…

Zum Abschied waren wir noch bei einem Aussichtspunkt – dem Star und haben in der Ferne gesehen, wo wir Samstag gelaufen sind, dann ab zurück – wir haben für unsere Gastgeber einen Sauerbraten gekocht. Lecker war er! Heute sind wir wieder aufgebrochen und noch für ein/zwei Tage nach Fredericksburg (heute ist eine Kaltfront mit Regen über Deltaville gezogen, das müssen wir uns nicht gönnen).

McAfee Knob

Gail geht mit Leidenschaft wandern, und daran sollten wir auch teilhaben. Was wir sehr gerne gemacht haben! Zuvor hatten wir schon Bilder von McAfee Knob gesehen, unserem heutigen Ziel. Die Wanderung ist leider kein Rundweg, d.h. man geht denselben Weg hin und zurück – aber das ist auch schon das einzige Manko. In jede Richtung sind es 4 Meilen, also etwa 6,5km, vom Ausgangspunkt bis zur Spitze ist der Höhenunterschied 1.700 Fuß (etwa 520m), es geht jedoch unterwegs auch schon fröhlich auf und ab. Bei Wikipedia ist die Wanderung als „mäßig schwierig“ beschrieben, im Gegensatz zu den „leichten“ auf La Gomera ist das aber ein wenig übertrieben. Ein wenig haben wir trotzdem unsere inaktiven Seglerbeine gespürt.

Wir hatten perfektes Wetter – nicht zu kalt, nicht zu warm, viel Sonne, eine angenehme leichte Brise. Dadurch, dass der Weg fast komplett durch den Wald geht, ist man ständig im Schatten, wird also von der Sonne nicht verbrannt.

Um die verbrannten Kalorien wieder aufzufüllen (und vielleicht ein, zwei zusätzlich), sind wir anschließend essen gegangen. The Home Place in Catawba – wunderschön im Tal gelegen in einem alten Farmhaus. Es gibt für alle das gleiche zu essen, und zwar, bis man nicht mehr mag. Hähnchen, Roastbeef, Bohnen, Kartoffelbrei, Mais, … wird alles bis zum sprichwörtlichen Abwinken serviert. Und schmeckt dafür, dass es eine Massenabfertigung ist erstaunlich gut!

Pappsatt haben wir alle den Rest des Abends auf dem Sofa verbracht 🙂

Floyd in Virginia

Gestern schon sind wir in den Westen Virginias gefahren. Letztes Jahr hatten wir in Solomons Gail und Tim kennengelernt, sie hatten uns auf einen Besuch eingeladen und nun haben wir es endlich geschafft. Sie wohnen an einem Seitenarm des Smith Mountain Lake, am Fuße der Appalachen. Wunderschöne Lage, allerdings ein wenig ab vom Rest der Welt (wie so viele Häuser hier in der Gegend). Dank der Lage sieht man dafür auch gelegentlich mal Hirsche oder Bären über die Straße laufen.

Heute stand neben etwas Akklimatisation ein Besuch von Floyd auf dem Programm. Floyd ist eine nette Kleinstadt in den Bergen, nahe des Blue Ridge Parkways, einer Panoramastraße längs der Blue Ridge Mountains. Floyd hat ein nettes Flair – eine Mischung aus Flower Power, ein klein wenig Bardentreffen und einfach einer angenehmen Atmosphäre. Wir sind durch die Stände und Straßenmusiker gebummelt, haben leckere Pizza gegessen (das ist in den USA durchaus erwähnenswert!), teilweise nicht ganz so leckeres Bier probiert und noch ein Konzert besucht.

Ein richtig schöner Ausflug durch so langsam herbstliche Natur!

Coppercoat pinseln

Ein weiterer wichtiger Punkt ist größtenteils erledigt: Kassiopeias Coppercoat ist fast fertig ausgebessert. Die letzten Tage immer wieder hat Michl geschliffen, anfangs mit der Hand, zuletzt mit einem neuen Schwingschleifer. Unser alter machte leider in Trinidad die Grätze, er hatte wohl ein Frequenzproblem (in Deutschland sind es 50Hz, in Trinidad 60Hz), wir anschließend ein Schwingschleiferproblem…

Da die auszubessernden Stellen nicht zusammenhängen, können wir das relativ einfach nacharbeiten (Coppercoat muss in mind. vier Lagen nass in nass aufgetragen werden, das macht es bei einem kompletten Rumpf leicht „sportlich“). Da wir uns nicht so ganz sicher waren, ob denn die Bläschen auch alle durchs Rollen gefüllt werden, haben wir nicht alles gemacht, wir wollten erstmal das Ergebnis ansehen. Und das passt! Nächste Woche können wir uns über den Rest machen.

Übers Wochenende sind wir erstmal unterwegs, außerdem soll es eh regnen und ein wenig abkühlen.

weitere Fortschritte

Irgendwie kommen wir einfach nicht zum Schreiben. Das Internet hier am Boatyard ist nicht wirklich der Knüller und wir wollen uns auch nicht ständig vor ins Büro setzen. Noch dazu hat das abends zu. Aber so ganz eigentlich ist das ja eher ein Luxusproblem… Ein anderes Problem scheint sich zu lösen – unser Bowdenzug ist bestellt, jetzt muss er „nur“ noch aus Deutschland hierherkommen. Vermutlich können wir ihn uns mitbringen lassen, das müssen wir noch klären.

alt…

Einen größeren Punkt haben wir Freitag bereits erledigt – unser neues Schaltpanel ist eingebaut. Das alte war nicht so wirklich schlecht, hatte aber inzwischen den ein oder anderen Aussetzer. Naja, war damals zum Refit einfach eine günstigere Version. Was uns sehr gefreut hat: Stecker vom alten abziehen, aufs neue draufstecken und alles hat funktioniert! Bei der Belegung haben wir noch ein wenig geändert, die Wohnbeleuchtung ist jetzt zusammengefasst, dafür haben wir endlich korrekterweise Dampferlicht und Positionslampen auf getrennten Schaltern.

und neu 🙂

Nachdem wir vor 6/7 Jahren alle Kabel penibel beschriftet hatten, war das jetzt auch kein Problem, der Aufwand hat sich also tatsächlich gelohnt 😉

Ein paar Bestellungen haben wir noch gemacht, z.B. müssen wir am Coppercoat ein wenig ausbessern, da haben sich kleine Bläschen gebildet, die wir glatt schleifen (heute erledigt) und überstreichen bzw. rollen müssen. Die Lieferung kam heute und morgen oder übermorgen müsste auch das Wetter passen. Dann haben wir einen Onlinehändler für Milchpulver gefunden (H-Milch gibt es hier nur für horrendes Geld, Pulver ist außerdem platzsparender und länger haltbar), bei dem es auch Joghurt und Sahne in Pulverform gab. Wir sind gespannt, wie das schmeckt! Und ein paar Vorräte haben wir auch schon gekauft, wir nutzen ganz einfach Angebote aus, ein wenig Nahrung sammelt sich schon an Bord.

Und was wir völlig vergessen hatten zu schreiben: beim Sicherheitscheck für unseren Rückflug ist in München unser Handgepäck unter die Lupe genommen worden. Beide hatten wir Schweizer Messer darin vergessen. Und uns natürlich schon sehr geärgert, weil wir davon ausgegangen sind, dass sie uns weggenommen werden. Wir waren sehr perplex, als wir sie wieder einstecken durften, begleitet von den Worten: „ach das sind ja Schweizer Messer, die dürfen mit“. Offensichtlich gibt es eine EU-Bestimmung, dass Klingen bis 6cm erlaubt sind. Soweit so gut – wir waren uns nur sicher, dass wir sie wohl kaum in die USA im Handgepäck einführen dürfen, also wohl in Manchester abgeben müssen (die Vermutung war richtig, da wurde Michl sogar ein Imbusschlüsselsatz fürs Fahrrad abgenommen – Kommentar: „no tools“ d.h. da darf man nichtmal Werkzeug im Handgepäck haben!). Mit der Post verschicken geht aus der Sicherheitszone am Münchner Flughafen nicht, also haben wir überlegt – bis uns freundlicherweise aus der Patsche geholfen wurde. Mariella, die mit uns im Flieger saß und wir vorher noch nicht kannten, hat uns angeboten, die Messer in Manchester mit der Post aufzugeben. Inzwischen sind sie zuhause in Deutschland wieder angekommen – Vielen Dank an der Stelle nocheinmal!!

kleine Fortschritte

Beim Abarbeiten unserer Liste stellt sich mal wieder heraus, dass eines der größeren Probleme am Boot die Materialbeschaffung ist. Unser neuer Bowdenzug ist da ein schönes Beispiel. Als wir in Deutschland waren, dachten wir noch, dass wir mal schnell zu einem Volvo-Penta-Händler marschieren und einen neuen mitnehmen. Denkste! Die richtige Länge hatten wir zwar gemessen, aber nicht die exakte Beschriftung darauf notiert. Die haben wir jetzt, hilft uns aber auch nicht sehr weiter, da es den Hersteller nicht mehr gibt und es nicht so sicher ist, mit welchem Typ eines anderen Herstellers unser Modell abgelöst wurde… Also haben wir in den letzten Tagen alle Abmessungen und Anschlussdetails nach Deutschland gemailt und hoffen, bald den richtigen zum Wechseln hier zu haben. 

Anderes ist einfacher: neue Kabel für die Positionslampen haben wir im Winter schon mitgebracht und ein Ersatzdatenkabel zwischen Funkgerät und GPS haben sie hier in der Weft herumliegen gehabt (leider hat das Ersetzen des alten noch nicht das Problem mit den nicht ankommenden Daten behoben). Ein Brett für unser neues Schaltpanel haben wir an Bord, das müssen wir „nur“ noch zurechtsägen und die neuen Löcher aussparen (das alte Panel ist deutlich größer, Bilder folgen).

 

Herzensangelegenheit

Während wir in Deutschland waren, haben wir an einer Herzensangelegenheit weitergearbeitet und sie auch erstmal abschließen können. Die Schule in Yaruquíes, in der wir Anfang des Jahres waren, das Colegio Adolfo Kolping, hat eine Internetseite bekommen. Sie ist hier zu erreichen und auf deutsch und spanisch verfügbar.

Wer für die Schule spenden will, findet hier alle erforderlichen Infos. Und wer nochmal nachlesen will, was wir in Ecuador so gemacht haben, findet hier alle unsere Artikel.

Und wieder zurück

Seit Donnerstag sind wir zurück auf Kassiopeia in Deltaville. Dienstag ging unser Flieger und diesmal kam unser komplettes Gepäck auf Anhieb mit. Michls Rucksack kam auf den allerletzten Drücker am Montag noch kurz vor Mitternacht per Kurier – wir haben noch schnell ausgepackt und gleich wieder beladen. Noch ein Tag bei Freunden und wir waren wieder Zuhause. Kassiopeia hat unsere Abwesenheit gut verkraftet, alle Stürme haben sich von der Chesapeake Bay ferngehalten. 

Inzwischen haben wir unsere Mitbringsel gleichmäßig im Boot verteilt, insgesamt noch ein wenig geräumt und mal wieder eine ToDo-Liste geschrieben. Wir haben durch den ungeplanten Aufenthalt in Deutschland ein wenig weniger Zeit als eigentlich geplant, jetzt müssen wir uns ranhalten. Glücklicherweise spielt bisher das Wetter mit! Tagsüber ist es sonnig, aber erträglich warm. Nachts wird es gut frisch, noch genießen wir die Kühle. 

Lebenszeichen

Wow, jetzt haben wir es tatsächlich geschafft, fast einen ganzen Monat nichts zu schreiben (es ist nicht so, dass wir das vorhatten…). Wir bekommen hier so langsam einen Überblick und haben inzwischen auch unseren Rückflug gebucht. Ende September geht es zurück zu Kassiopeia, die noch sicher hoch und trocken steht. Zumindest gehen wir davon aus, etwas anderes haben wir nicht gehört.

Bis dahin hoffen wir weiterhin auf Michls Rucksack, der immer noch irgendwo zwischen Washington und Frankfurt herumirrt. Wir sind gespannt, ob er noch kommt, bevor wir weg sind. 

Bis zum Abflug vertreiben wir uns jetzt unter anderem noch die Zeit mit den üblichen Ersatzteil- und Lebensmittel-Einkäufen in der Heimat und Zeit mit Familie und Freunden. Und natürlich Überlegungen und Planungen, was wir noch alles an Kassiopeia erledigen müssen, bevor wir wieder ins Wasser können und wie es weitergeht. Nebenbei beobachten wir natürlich auch die Hurrikansaison – und da wird es nicht langweilig dieses Jahr… 

fünf Jahre unterwegs

wir drei

Seit ein paar Tagen überlegen wir schon, was wir zu unserem Fünfjährigen schreiben. Was wir die letzten Jahre gemacht haben, steht mehr oder weniger im Blog, wer regelmäßig liest, kann da sicher auch herauslesen, dass wir uns verändert haben. Und auch unsere Vorstellungen von unserer Reise. Vor fünf Jahren wollten wir noch in 5-7 Jahren um die Welt (das ist wohl aktuell etwas unrealistisch ;-)), inzwischen ist uns das um-die-Welt-kommen eigentlich nicht mehr so wichtig. Wir möchten Länder, Menschen, Kulturen erfahren. Und wir haben viel kennengelernt, was wir bei einer schnelleren Reise verpasst hätten (allein die drei Monate dieses Jahr in Yaruquíes wollen wir nicht missen!). Vor fünf Jahren wussten wir, dass wir nicht genug Geld haben, um die ganze Reise zu finanzieren, noch dazu haben wir von allen Seiten gehört, dass es unmöglich ist, unterwegs Geld zu verdienen, inzwischen arbeiten wir beide über Internet. Was uns manchmal etwas bremst und einschränkt (wir brauchen nunmal Internet), andererseits die Reise überhaupt erst weiterführen lässt.

Mal sehen, wie und wohin es weitergeht 🙂