Stürmisches Wetter

Bei uns hat sich für die nächsten Tage Schlechtwetter mit ordentlich Wind angekündigt. Wie heftig es wohl werden wird, erfuhren wir, als gestern vormittag ein sturmvorbereitungMitarbeiter der Marina bei uns ans Boot klopfte und meinte, er kommt in 5 Minuten mit dem Schlauchboot wieder um eine lange Leine auf der anderen Seite der Boxengasse auszubringen. Da starker Südwind angekündigt ist, wäre ein weitere Sicherung notwendig. Natürlich liegen wir auf der Seiten mit der breitesten Boxengasse und um an den Steg der anderen Seite zu kommen, mussten wir 2 Leinen verbinden und unsere 40m lange Ankerleine ausbringen. Wir denken mal, jetzt sind wir hervorragend geschützt, die Festmacherleinen hier am Steg haben wir ja auch noch dazu.

Hier können wir auch mal ein Lob an die Mitarbeiter und den Sicherheitsdienst der Marina loswerden, die wirklich sehr aufmerksam und immer hilfsbereit sind. Am Nachbarsteg (also dem, an dem jetzt unsere Zusatzleinen sind) liegen die Boote des Königs, aber nicht nur auf die wird bestens aufgepasst. Sobald jemand einen Steg betritt, an dem er nichts zu suchen hat, wird er im wahrsten Sinne des Wortes zurückgepfiffen, und zwar äußerst energisch. Wer nicht hören will, wird von der Security bzw. der Polizei persönlich vom Steg begleitet.

claudi_beim_naehenAnsonsten begannen wir mit unserer Schlechtwetterarbeit ;-). Claudi baute sich strahlend wieder die Nähmaschine auf. Sie meinte dazu, sie freue sich richtig aufs Nähen. Sie hat sich auch einiges vorgenommen und wir haben dafür ordentlich Material gekauft. Als erstes fertig sind das Moskitonetz für die naehwerkeVorschiffsluke mit dem eingenähten Bleiband, 2 neue Taschen für unser Schlafzimmer in der Bugkabine und 6 Geschirrtücher. Schaut auch super aus. Heute kamen noch eine geflickte Hose und zwei Festplattentäschchen dazu. motorpanelabdeckungIch konnte mich endlich über die Abdeckung für das Motor-Instrumentenpanel machen und sägte in einem ersten Schritt das Plexiglas dafür zu und schliff die Kanten glatt. Heute kam das Finish: jetzt kann man sich nicht mehr aus Versehen anlehnen und die Zündung einschalten. Danke nochmal an die SY Miranda II für das Material!

Der Sturm kam dann tatsächlich und ist wie angekündigt auch noch nicht durch. Ob wir wirklich die beiden Leinen zum Nachbarsteg brauchen, wissen wir nicht, aber sie geben ein sehr beruhigendes Gefühl, außerdem bilden wir uns ein, dadurch ein wenig Bewegung aus dem Boot genommen zu haben. Obwohl wir hier auch wieder, wie schon in Lagos, durchaus ruhig liegen. Heute nacht soll es nochmal kräftig blasen, dann wird das Wetter zwar nicht schön aber doch etwas ruhiger. Von den Windstärken, die wir bei dem Sturm in Lagos hatten, sind wir dennoch weit entfernt, in Böen sind „nur“ 35kn vorhergesagt (im Januar hatten wir in einer Bö 59,9kn von den Instrumenten abgelesen). Regen bzw. Gewitter haben wir seit heute mittag fast durchgehend… Wir sind aber mit unserer Schlechtwetterarbeit noch nicht fertig, also keine Gefahr von Langeweile 😉

Gegrilltes

Der Grillabend bzw. -nachmittag hat erst heute stattgefunden, der Wetterbericht war einfach ein wenig freundlicher. Es war sehr lecker, jeder hat was mitgebracht und so konnten wir ganz vielseitig schlemmen. Und interessante Gespräche gab es dazu auch noch. Es ist immer wieder schön, wenn Segler, die auch ganz andere Ziele oder Routen fahren, von ihren Erfahrungen erzählen 🙂

marinaeinfahrt

Blick den Bou-Regreg entlang in Richtung Hafen-Ausfahrt

stadtmauerDie letzten beiden Tage haben wir mit Einkaufen für´s Grillen, ein wenig Vorräte bunkern, einem Paprika-Chutney, Wäsche waschen und sonstigem Kleinzeug verbracht. Also eigentlich Alltag. Nebenbei schauen wir selbstverständlich immer auf´s Wetter, das wird uns die nächsten Tage an Bord fesseln. Ab morgen vormittag geht es mit viel Wind los, der Regen setzt sogar schon nachts ein. Das Bild ist ein Ausschnitt aus einem Grib-File (das ist ein Format für WettervorherGrib_20130304_0600sagen, daraus ablesbar ist die voraussichtliche Windrichtung und -stärke, der Luftdruck, Bewölkung, je nach Programm auch Wellenhöhe und -richtung, Temperatur, usw.) mit der Vorhersage für Montag früh 6 Uhr. Je mehr kurze Striche an einem längeren sind, desto stärker ist der Wind. Wir sind bei dem roten Kreuz, dürfen uns also noch auf all das Wetter freuen, was die nächste Zeit von Westen so angepustet kommt. Die blaue Schraffur bedeutet Regen… Das ganze bedeutet auch Wellen, somit ist wohl mindestens die ganze nächste Woche der Hafen hier gesperrt. Naja, bei dem Wetter würde wohl auch keiner freiwillig losfahren wollen. Auf jeden Fall sind wir neugierig, wie sich das Wetter weiter entwickelt, nach dem Tief hat sich nämlich schon das nächste angekündigt.

Deck schrubben, Haare schneiden und ein Gigeressen…

… all das war schon überfällig.
Wir jetzt fast 3 Wochen hier und da doch Wüstensand und Möwen durch die Luft fliegen, war es nötig, mal wieder unser Deck zu schrubben. Heute war auch das passende Wetter dazu. Nach der Bearbeitung mit Wasserschlauch, Bürste und Zahnbürste (die für die Stellen hinter den Relingsstützen), glänzt unser Deck jetzt wieder wie frisch lackiert.

claudi Claudi war ja vor einer Woche beim Haare michlschneiden und nicht wirklich glücklich mit dem Ergebnis. Christina, du wirst hier schmerzlich vermisst. Also ergriff ich mutig Kamm und Schere, gab mein Bestes und siehe da ich lebe noch. 🙂 Für den ersten Haarschnitt meines Lebens schaut Claudis Frisur doch noch recht gut aus. Ich glaube den nächsten Schnitt werde ich gleich selbst machen. 🙂 Zur Belohnung gab die Sonne ihr bestes und wir konnten es uns am Steg gemütlich machen und uns „erholen“.

giger_essenBei unseren Spaziergängen und Besichtigungen von Salé sind wir ein paar mal an einem kleinen Straßenrestaurant mit Hähnchengrill vorbei gelaufen und jedesmal duftete es da vorzüglich und alles sah so lecker aus. Heute dann war es soweit. Wir gönnten uns einen „Giger“. Er wurde uns knusprig braun, zart und mit einer großen Menge an Beilagen aufgetischt. Einfach köstlich!!

Mit uns liegen hier noch 2 französische und 2 holländische Boote mit Besatzung. So langsam lernen wir uns besser kennen und haben uns so für morgen bzw. übermorgen, je nach Wetter, zu einem Grillabend verabredet. Hier ist es im Gegensatz zu Lagos erlaubt, einen Holzkohlegrill zu benutzen. Das tun wir mit Genuss! 🙂
marina

 

Michl, mein Held!

Seit ein paar Tagen müffelt es ein wenig unter unserem Bett hervor. Wir hatten zuerst unsere dreckige Wäsche in Verdacht, aber die hat ja auch das letzte halbe Jahr nicht so sehr gerochen. Dann haben wir unsere Arbeitsklamotten verdächtigt, die auch da unten sind. Auch die waren es nicht. Die Matratzen sind auch nicht verschimmelt. Also ging es heute vormittag daran, die Bugkabine auszuräumen und nach dem Übeltäter zu suchen. Und war haben ihn gefunden! In Lagos hatten wir noch H-Milch besorgt, die wir unter dem Bett gelagert haben. Und blöderweise ist genau dort, wo die Tüten lagen, ein einzelner Nagel, der herausgestanden ist. Und selbstverständlich ist eine Tüte genau darauf gelegen und der Nagel hat sich reingebohrt… Und wer schon einmal eine H-Milch-Tüte offen stehen gelassen hat und nach ein paar Tagen seine Nase reingehalten hat, weiß, was Michl beim kopfüber Saubermachen in der Nase hatte… Und das macht ihn heute zu meinem Helden!

Unter unserem Bett duftet es jetzt wieder und der Rest des Tages verlief eher gemütlich. Wir hatten Besuch zum Kaffee und haben vorher noch einen kurzen Spaziergang zum Bäcker gemacht. Die Auswahl kombiniert mit den Preisen wird uns mal fehlen…

Wer suchet, der findet

Die Tage ziehen ins Land und damit sammelt sich natürlich auch wieder die ganz normale und alltägliche Bordarbeit an. Somit war mal wieder Wäsche waschen angesagt (mit der Hand, eine Waschmaschine ist in der Marina Mangelware), Vorräte nachfüllen und kleineres Gebastel.

einkaufNebenbei sind wir fleißig am Suchen und vor allem auch Finden einiger Kleinigkeiten, denen wir schon länger hinterherspüren. Da wir ja spätestens auf den Kanaren alles mit Fliegengitter versehen haben sollten, suchen wir da natürlich entsprechendes Material. Für die Klappe in der Bugkabine stellen wir uns eine Haube vor, die durch Bleiband erschwert liegen bleibt. Den Stoff dazu haben wir schon seit Holland, aber das mit dem Bleiband ist irgendwie schwierig… Wir kannten es bisher zum Beschweren von Gardinenunterkanten, aber das kennt anscheinend sonst niemand auf der Welt. Gefunden haben wir heute Bleikugeln, die zum Beschweren von Fischernetzen verwendet werden. Aus diesen basteln wir uns eben unser Bleiband selbst.

Für die Heckkabine haben wir schon ein Gitter zum Anknöpfen, aber das ist löchrig. Heute haben wir ein etwas festeres Gitter zum Austauschen gefunden. Weiter haben wir einen Stoff für Taschen in der Bugkabine besorgt. Wir haben beide im Bett etliches an Büchern und Kleinzeug rumliegen, das macht es immer schwierig, wenn wir die Matratzen lüften oder neu beziehen wollen. Dann sind wir über Stoff für Geschirrtücher gestolpert, da wollten wir eh noch nachlegen, warum also nicht selber nähen? Ach ja, fast vergessen hätte ich die Nähnadeln für die Nähmaschine. Wir dachten, es schadet nicht, da einen größeren Vorrat zu haben und haben welche Made in W. Germany gefunden!

Den Holzleim hat Michl gleich ausprobiert, an zwei Stellen im Cockpit war etwas abgeplatzt, außerdem war beim Getränkehalter ein Stück abgebrochen. Morgen sehen wir dann, ob der Kleber was taugt.

Mittagspause auf marokkanisch

Mittagspause auf marokkanisch

Ansonsten genießen wir die Sonne (nächste Woche soll sich das ändern), trinken viel marokkanischen Tee und freuen uns immer wieder, neue Ecken in der Medina zu entdecken. An allen Ecken sind die unterschiedlichsten Stände, größere, kleine, mit den unterschiedlichsten Waren, nur kleine Tische oder ganze Läden. Die kleinen Länden sind faszinierend: auf sehr wenig Grundfläche (keine 10qm), aber etwa 3-4m Höhe ist ein Warenangebot wie in Deutschland im normalen Supermarkt zu finden. Vollgestopft bis obenhin und alles über eine Leiter erreichbar. Man bestellt am Tresen was man will und bekommt es dann teilweise durch ein Gitter gereicht.

Hassan-Turm in Rabat

Nachdem wir uns schon länger keine Kultur mehr gegönnt hatten, war das heute mal wieder fällig. Unser Ziel war der Hassan-Turm. Auf diesem Gelände war im 12. Jahrhundert begonnen worden, die größte islamische Moschee zu bauen, jedoch nach dem Tod des Initiators abgebrochen worden. Bei einem Erdbeben im Jahr 1755 (demselben Erdbeben, das auch Lissabon zerstört und den Tsunami, der unter anderem Lagos überrollt hat, verursacht hat) wurden weite Teile der immer noch nicht vollendeten Anlage zerstört. Der Hassan-Turm war z.B. ursprünglich mit einer Höhe von 80m geplant, seine aktuelle Höhe liegt bei 44m. Er sollte das Minarett der Moschee werden. Die Lehm-Mauern auf den Bildern sollten die Außenmauern bilden, die Säulen das Dach tragen.

In den 1960er Jahren wurde auf dem Gelände noch ein Mausoleum gebaut, für König Mohammed V., inzwischen ist auch sein Sohn König Hassan II. dort bestattet. Darin und auch auf dem Platz außenrum fühlt man sich wie in einem Märchen aus 1001er Nacht. Mit all dem Goldschmuck, den Ornamenten und den Mosaikfliesen ist es sehr prachtvoll! Das Mausoleum wird an allen vier Eingängen bewacht, innen stehen weitere vier Wachen. Und die stellen sich sogar in Position zum Fotografieren! Die beiden Eingänge zum kompletten Gelände werden von berittenen Wachen flankiert, wir haben sogar einen Wachwechsel sehen dürfen.

Das Wetter war heute übrigens wieder richtig schön. Zwar ist der Wind noch ein wenig kühl, aber das ist schon auf hohem Niveau gejammert 😉 Und apropos Wetter: der ein oder andere wird sich fragen, wie lange wir hier wohl noch bleiben. Das fragen wir uns auch. Aktuell wäre aufgrund der unsteten Windrichtung keine Fahrt von knapp 500sm (bis zu den Kanaren) möglich und für kommendes Wochenende hat sich ein Tief mit kräftigen Winden aus Süd angekündigt, somit genau die falsche Richtung. Also: mal sehn 🙂

Wellen, Tee und Tajine

Das schlechte Wetter kam heute mit angekündigten Wellenhöhen von über 5m an der Einfahrt. Das wollten wir natürlich sehen! Da hier bereits ab 2m-Wellenhöhe die Einfahrt gesperrt wird, dachten wir, es ist bestimmt beeindruckend! Also noch schnell für´s Abendessen zu unserem Hähnchenmetzger vom letzten mal und dann vor zur Einfahrt. Und die Wellen waren tatsächlich beeindruckend! Ob es wirklich fünf Meter waren, wissen wir nicht, aber die Einfahrt hier sollte man sich bei dem Wetter tunlichst verkneifen. Leider kommt die Wucht der Wellen auf den Bildern nicht so rüber, aber die Stimmung vermitteln sie schon ganz gut!

Und wieder sind uns etliche freundliche Marokkaner begegnet. Am Strand ist eine Baustelle (der Fischereihafen wird neu gebaut) und der Fahrer eine Betonmischers ist extra ausgestiegen, um uns die Hand zu geben und uns zum Strand zu den beeindruckenden Wellen zu schicken. Und auf dem Weg zurück in die Medina wurden wir auch freundlichst unterhalten. Es passiert eigentlich ständig, dass uns jemand freundlich zulächelt und Bonjour wünscht. Bettler sind dabei in der sehr deutlichen Minderheit und auch die sind nicht aufdringlich.

tajinemarokkanischer_minzteeZurück auf Kassiopeia wurde es kulinarisch marokkanisch. Zuerst hat Michl den typischen Minztee gemacht (sehr lecker!), dazu gab es Kuchen aus unserer hiesigen Lieblingsbäckerei und abends haben wir unter anderem mit dem vormittags gekauften Hähnchen die Tajine eingeweiht. Ebenso sehr lecker! Die Rezepte gibt es hier (Minztee) und hier (Tajine).

Kulturschock der anderen Art

Aktuell ist das Wetter nicht so großartig, gestern schon gelegentlich Regen, heute hauptsächlich stürmisch, morgen eine Kombination aus beidem. Also konnten wir auch nicht wirklich viel unternehmen. Gestern gab es Gemüse-Nachschub in der Medina, da haben wir inzwischen schon unsere Favoriten, bei denen wir einkaufen. Heute hatten wir uns ein völlig untypisches Programm vorgenommen: wir wollten zum Carrefour hier in Salé. Wir haben nichts bestimmtes gebraucht, wollten einfach mal wieder in einen Supermarkt und das Wetter war je eh nicht berauschend. Also war ein „Innen“-Programm gerade das richtige.

Wir wissen ja nicht, ob wir dem Hersteller vertrauen würden...

Wir wissen ja nicht, ob wir dem Hersteller vertrauen würden…

Im Carrefour und einem anderen Riesen-Supermarkt (Marjane, praktisch ein Carrefour in größer und marokkanisch) sind wir durch die Regale geschlendert und haben mal wieder große Augen bekommen. Ein absolut riesiges Angebot an allem, was man so braucht, oder eben auch nicht. In Lagos waren wir zwar supermarkttechnisch mit PingoDoce recht verwöhnt, aber Marjane war pro Etage (es gab zwei davon) etwa 4-5mal so groß. Und entsprechend gab es alles im Überfluss. Das Angebote reichte von Haushaltswaren über Waschmittel, Elektrogeräte, Lebensmittel jeglicher Art, Kosmetikartikel zu allem, was man sich sonst so wünschen kann. Natürlich haben wir das ein oder andere gefunden, denken aber, dass wir mit frischen Waren in der Medina doch auch bestens versorgt sind.

Gefunden!

Unsere Suche nach den Töpferwaren war heute endlich erfolgreich! Und die Suche hat sich tatsächlich gelohnt. Zuerst einmal war die Strecke bis dorthin sehr interessant. Fertige und unfertige Hotels und eine schöne Landschaft entlang des Bou-Regreg. Dann haben wir in Oulja, einem Ortsteil von Salé, ein Paradies für alle Fans von Töpferwaren gefunden. In fast jedem Haus ist eine Töpferei mit teilweise völlig unterschiedlichen Waren im Verkaufsraum. Natürlich Tajines, aber auch Pflanzentöpfe, Schalen, Schüsselchen, Teller, lasiert, unlasiert – ganz unterschiedlich. Vieles wird auch direkt vor Ort gefertigt und auch gebrannt – so konnten wir frisch geformte Tajine-Unterteile sehen oder Töpfe wurden gerade mit Farbe versehen. Irgendwann kamen wir noch zu einer Abzweigung zu einer Gasse mit Korbwaren, da fanden sich dann auch plötzlich Mosaiktische, Holzwaren und Matellarbeiten wie Lampen, Grills, etc.. Also wenn wir kein Boot mit doch sehr begrenztem Stauraum hätten, wären wir deutlich beladener wieder zurückgekommen… Zwischendrin war ein größerer Laden mit einer unglaublichen Auswahl an all den unterschiedlichen Artikeln, die wir zuvor in den kleinen Läden schon gesehen hatten. Wir sind mit immer größer werdenden Augen durchgelaufen. Die ein oder andere traumhaft schöne Lampe hätten wir wohl gar nicht durch den Niedergang bekommen, so riesig waren sie teilweise.

Gekauft haben wir dann tatsächlich etwas, und zwar eine Tajine. Das war auch so geplant 😉 Wir haben uns für eine unlasierte entschieden, sie wird dann mit der Zeit eine natürliche Patina annehmen. Und mal sehen, wie sie sich an Bord bewährt oder doch zusammen mit dem Silbertablett Kassiopeia verlassen muss. Dazu haben wir noch einen Tontopf gefunden, der perfekt hinter unsere Sitzbank passt, und in dem wir in Zukunft unseren Knoblauch und getrocknete Paprika (und wer weiß, was sich im Lauf der Zeit noch dazugesellt) lagern werden.

Zwischendurch „mussten“ wir noch etwas essen gehen, erstens hatten wir inzwischen richtig Hunger und dann brauchten wir Kleingeld. In dem Laden mit dem Tontopf konnte die Verkäuferin nicht wechseln, und so haben wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Gegessen haben wir Fisch, frisch gebraten, dazu eine gut würzige Soße, Brot und Tomaten und dazu Tee getrunken. Etwas ungewohnt, da wir kein Besteck bekamen, aber das hatten wir schon gelesen, dass es das nicht immer gibt. Auf jeden Fall war es frisch und lecker und Wechselgeld hatten wir auch.

Regentag

Heute war Regen vorhergesagt und dummerweise traf die Vorhersage auch zu. Doch irgendwie hat es auch mal gepasst, so dass wir heute nicht durch die Gegend gelaufen sind, um Neues zu sehen und Interessantes zu entdecken. ;-).

hinterland

Nachdem wir uns ja gestern schon mit Stoff für eine neue Deutschlandfahne eingedeckt hatten, nahmen wir heute die Gelegenheit wahr um sie gleich zu nähen.

neue_DeutschlandfahneUnsere alte hatte in der Vergangenheit doch arg gelitten, war eingerissen und ausgebleicht.
Also Stoff abmessen, zuschneiden, zusammenstecken und -nähen. Claudi, die Nähfee, wird dabei immer besser und schneller. Zudem hat sie dann auch gleich die Löcher in verschiedenen T-Shirts, Sweatern und Hosen genäht (verdichtet). Es ist uns immer ein Rätsel, wo die Löcher herkomen.
Dann konnten wir mal wieder einen Teil von unserer ToDo-Liste abarbeiten. Unsere Großschot hatte sich irgendwie verdreht gehabt, was uns bei der letzten Fahrt aufgefallen war. Also alle Schäkel dazu aufgeschraubt, neu eingedreht und gleich die Stifte geölt. Weiter dann die Lüftungsgitter abgeschraubt und die feinen Netze gereinigt. Da kam kaum noch Frischluft durch. Ist einfach immens, was sich da mit der Zeit an Staub einnistet.
Abends haben wir noch unsere Trinkwasservoräte aufgestockt. Das bedeutet, ca. 500m zu Fuss über die Straße und in einen der kleinen Läden, die einfach alles haben, von Süßigkeiten über Brot, Dosen aller Art, Waschmittel, Chips, Wasser etc.. Vergleichbar mit den alten Tante Emma-Läden, gefällt uns.

Für unsere Verhältnisse sind die Lebenserhaltungskosten hier sehr günstig. Für 2 Baguette und 2 große Maisfladen z.B. zahlen wir hier gerade mal 7 DH (65ct). Für 2 leckere Gerichte im Imbiss, z.B. 2x Fleischspieße mit Pommes und Reis, zusammen ca. 35 DH (ca. 3,10 Euro). Und die sind richtig gut. Trinkwasser in 5-Liter-Kanistern zu kaufen ist hier allerdings teurer als in Portugal oder Spanien. 10,4 DH (ca. 1,- Euro hier, zu nicht mal 50ct in Portugal). Doch Wasser ist in Marokko sowieso eher knapp. Wir achten da auch drauf wenn wir duschen. Muss ja nicht sein, eine halbe Stunde oder länger als nötig unter dem heißen Wasserstrahl zu stehen.

Einkaufstag

Zwar wird das mit dem Handwerks-Markt anscheinend eine schwere Geburt, aber wir bleiben dran! Heute haben wir die Adresse gefunden, blöderweise war sie falsch 😉 Offensichtlich gab es ein Kommunikationsproblem zwischen google-maps und uns… Wir haben auf jeden Fall eine neue Adresse und sind optimistisch, da fündig zu werden. Wir berichten!

einkaufsrauschUns hatten bisher allerdings noch ein paar andere Sachen außer Töpfer- und Webwaren angelacht. Und so haben wir heute ein wenig eingekauft. Ob sich das Silbertablett und die Kanne allerdings sehr lang an Bord befinden oder  irgendwann den Postweg in Richtung Heimat antreten, werden wir sehen. 😉 Wir konnten aber nicht widerstehen, solch ein Tablett wünschen wir uns schon seit etlichen Jahren! Reißverschlüsse hatten wir bisher gar keine an Bord, und man weiß ja nie. Außerdem ist unsere Nationale so langsam nicht mehr wirklich schön anzusehen, sie fetzt schon sehr an den wiederholt genähten Rändern aus und ist etwas bleich. Ja, und die Schuhe… kann frau davon je genug haben?

Nicht-finde-Tag

herrliche_TuerenHeute war ein Tag, an dem wir irgendwie nicht das gefunden haben, was wir gesucht haben. Dafür haben wir anderes entdeckt! Zuerst einmal ein Dankeschön an Andrea und unbekannterweise ihre Schwester – das Rätsel von Freitag konnte gelöst werden. Es war eine regionale Meisterschaft im Bodybuilding. Wäre vielleicht ganz interessant gewesen, leider haben wir heute die Halle dazu nicht gefunden… Was wir noch nicht gefunden haben, war ein Markt mit vielen Handwerksprodukten, wie Töpferwaren oder Webereien. Wir sind einmal falsch abgebogen und dann wo ganz anders gelandet. Zumindest wissen wir jetzt, wo wir hin müssen 😉

friedhof tuerenAnsonsten sind wir die letzten Tage sehr viel gelaufen. Durch die Medina, durch den Souk (Markt), an der Stadtmauer entlang, am Friedhof vorbei und heute ein wenig durch Außenbezirke und Parkanlagen und durch andere Gassen in der Medina. Und immer wieder begegnen uns Menschen, die uns anlächeln oder freundlich begrüßen. Ein Erlebnis gestern am Souk: Wir werden in gebrochenem deutsch angesprochen, wo wir her kommen. Als wir „Deutschland“ gemuese kaffee_frisch_gemahlensagen, strahlt er über das ganze Gesicht und sagt: „Willkommen in Marokko“. Ganz besonders freuen sich alle, wenn man zurücklächelt, insbesondere bei Kindern. Und natürlich fallen wir überall auf, wir sind ganz eindeutig Ausländer, d.h. alle bemerken uns auch. Bei Sprachproblemen wie etwa bei Preisen am Markt wird notfalls jemand angehalten, der ins Französische übersetzt. Und auch das funktioniert mit einem Lächeln. Schön! 🙂

medina_freitag laden_freitagFreitag wollten wir ein wenig bummeln und nach einem Stoff suchen, hatten nicht an das Freitagsgebet gedacht. Wir hören zwar regelmäßig den Muezzin, aber für den interessiert sich irgendwie keiner so offensichtlich. Das Freitagsgebet ist etwas ganz anderes: Ströme von Männern sind in Richtung Moschee und haben sich zum Beten versammelt. Von den Betenden haben wir keine Bilder gemacht, aber von den leeren Gassen im Markt. So einsam hatten wir ihn die ganze Woche nicht erlebt!

motoradfahren parkHeute sind wir durch einen Park gelaufen, der hat uns sehr an Luitpoldhain bzw. Wöhrder Wiese in Nürnberg erinnert. Dort sind am Wochenende, wenn das Wetter schön ist, immer Scharen von Menschen unterwegs, ganz viele Familien, und verbringen den Tag. Überhaupt waren heute sehr viele unterwegs, auch entlang der Festungsmauern. Man sieht Frauen gemütlich im Gras sitzen, Kinder beim Fußball, Männer mit den Kindern unterwegs oder in wasserhahnGrüppchen stehend, Kartel-Runden und zwischendurch sind Stände, die Süßigkeiten und Knabbereien verkaufen, wie z.B. einen Monster-Bonbon am Stock, von dem immer wieder abgeschnitten wird (das fehlt im Luitpoldhain!). Leider hatten wir da unseren Foto nicht dabei.

Tour durch die Kasbah des Oudayas

Heute haben wir uns auf Touri-Pfade begeben. Ein Muss, wenn man in Rabat ist, ist sicherlich der älteste Teil der Stadt, die Kasbah des Oudayas, die abgetrennt vom Rest Rabats auf einem Hügel direkt an der Einfahrt in den Bou-Regreg liegt. Ich habe gerade versucht, herauszufinden, wann deser Stadtteil gebaut wurde, habe aber nur gefunden, dass er im 12. Jahrhundert von einer Berber-Dynastie zerstört und danach wieder aufgebaut wurde. Auf jeden Fall ist er sehr alt! Dort ist auch die älteste Moschee Rabats zu finden, gebaut ebenfalls im 12. Jahrhundert. Moscheen sind in den Medinas zumindest uns bisher nur durch ihre Eingänge zwischen den kleinen Läden aufgefallen. Als alleinstehendes Gebäude haben wir noch keine bemerkt. In Oudaya ist auch ein andalusischer Garten zu finden, angelegt in der französischen Kolonialzeit.

Und kaum sind wir in einem Viertel mit mehr Touristen (sehr viel mehr Touristen), schon wird überall versucht, einem das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zuerst von einem Fremdenführer, der uns durch die verwinkelten Gassen geführt hat und ein paar schöne Stellen gezeigt hat, dann von einer Henna-Malerin. Beide haben einfach angefangen und wollten natürlich am Ende Geld sehen, aber diesmal konnten wir sie sehr deutlich von der ursprünglichen Forderung herunter handeln. Und das nächste mal sagen wir noch deutlicher NEIN, bevor viel passiert 😉 Allerdings war die Führung wirklich gut (auch wenn wir nicht alles verstanden haben) und das Tattoo ist sehr schön! Die Kasbah des Oudayas hat uns sehr gut gefallen, sehr gepflegt und sauber, das weiß und blau überall an den Häusern wirkt im Sonnenlicht toll. Uns waren nur ein paar zuviele Touristen da, das waren wir die letzten Tage gar nicht mehr gewohnt.

Marktbesuch in Salé

ObstkaufenDas Wetter war gestern nicht so wirklich prickelnd, recht viel Regen und es war kühl, so dass wir den Tag genutzt haben, um noch diverses an Bord zu erledigen. Heute sind wir dann etwas früher aufgestanden, wir wollten auf den Markt und uns mal wieder mit frischem Obst und Gemüse versorgen. Wir wußten zwar nicht ganz genau, wo der Markt mit Lebensmitteln ist, aber wir dachten, wir gehen einfach mal los und werden schon etwas finden. Und genau so war es dann auch. buntes-treibenDurch die engen Gassen der Medina ging es vorbei an unterschiedlichsten Ständen und kleinen Läden. Die Läden sind alle so breit wie auch das Haus und die komplette Front ist offen und mit Waren ausgelegt. Dazwischen sind immer wieder kleinere Stände, teilweise nur mit einer Matte am Boden, auf denen ebenso verschiedene Sachen angeboten werden. Bei Lebensmitteln wird generell nicht gehandelt, das macht es im Moment noch etwas einfacher für uns 😉

gewuerze_ohne_ende gemuese fischhaendler

Neben Obst und Gemüse wollten wir etwas zum Grillen besorgen, hier in der Marina dürfen wir unseren Relingsgrill benutzen. An etlichen Ständen gab es auch Fleisch. Alles sah sehr sauber aus, würde aber wohl mangels Kühlung deutschen Kontrollen nicht standhalten. Wir haben dennoch überlegt, uns ein schönes Stück Rindfleisch zu genehmigen.

unser Metzger bei der Arbeit

unser Metzger bei der Arbeit

Entschieden haben wir uns dann für Hähnchen, das so frisch war, wie wir es beide noch nie hatten: wir haben es lebendig ausgesucht, es wurde dann für uns geschlachtet und ausgenommen. Der Verkäufer hat absolut sauber, schnell und akkurat gearbeitet. Wir haben es gehäutet und in mundgerechte Stücke zerkleinert mitbekommen. Zurück am Boot wurde es direkt in Marinade eingelegt und in den Kühlschrank verfrachtet.

ein Teil unseres Hähnchens

ein Teil unseres Hähnchens

Nachmittags sind wir nochmal los, ich wollte zum Frisör. Aber irgendwie konnte ich mich dann doch nicht aufraffen… Abends hat Michl den Grill angeschürt und die Hähnchenteile gebraten. Sie waren sehr lecker! Dazu gab es Gemüse mit Couscous, wir wollten den von hier erstmal probieren, bevor wir einen Großeinkauf machen. Dem steht jetzt aber nichts mehr im Wege.