Stollen und Außenborder

Zur Feier des dritten Advent haben wir heute zum Frühstück endlich den Weihnachtsstollen meiner Mutter angeschnitten. Und er schmeckt, wie nicht anders zu erwarten, sehr lecker! Glücklicherweise ist er groß genug, dass wir noch ein paar mal was davon haben 🙂

Frisch gestärkt haben wir das heute wieder schöne Wetter (gestern war es trüb und grau) genutzt und waren ein wenig produktiv. Michl hat sich unseren Außenborder vorgenommen. Die Zündkerzen und Brennkammern waren die letzten Tage schon gereinigt, heute sollte er endlich mal wieder zum Laufen gebracht werden. Was spontan daran gescheitert ist, dass sich ein Kabel vom Zündkerzenstecker gelöst hatte… Nachdem das neu angelötet war, musste John Wayne nur noch kurz überredet werden und schon lief er. Nach der Testrunde durch die Marina kam er wieder an seinen Platz an der Reling und hat noch eine Pflege der beweglichen Teile bekommen. Der Ganghebel und die Steuerung waren etwas zu schwergängig.

 

im Zeichen der Nähmaschine

Die letzten beiden Tage haben wir die Nadel glühen lassen. Es war wirklich eine großartige Entscheidung, die Nähmaschine mitzunehmen. Es macht auch immer mehr Spaß, etwas selbst zu nähen (außerdem klappt es immer besser ;-)). Eine externe Festplatte und Michl´s Grafik-Tablett wollten wir ein wenig besser schützen, da mussten zwei Taschen her. Nachdem wir den Stoff besorgt hatten, hab ich mich an die Arbeit gemacht. Die eine wurde gestern fertig, die andere dann heute.

Zwischendurch habe ich noch die beiden Abdeckungen für Außenborder und Ankerwinsch angefangen zu nähen. Gerade die für die Ankerwinsch war etwas tricky, der Stoff ist sehr steif und ich musste eine Rundung nähen, aber das Ergebnis passt schon. Bei beiden Abdeckungen müssen wir noch etwas kürzen, das konnten wir heute leider nicht machen – es hat fast den ganzen Tag zumindest genieselt. Zum Kürzen nehmen wir für UV-beständigen Stoff den Heißschneider, dann sind auch die Kanten gleich versiegelt.

Den Stoff für die Abdeckung unserer Luke in der Bugkabine (da regnet es sonst rein, wenn sie offen ist) haben wir direkt beim Segelmacher in der passenden Größe mitgenommen. Die Kanten mussten dennoch umgenäht werden, Michl hatte gestern alles abgesteckt, heute ging es ans Nähen. Nachdem wir die Ösen in die Ecken gehämmert hatten, haben wir es direkt befestigt und werden heute Nacht sehen, ob wir trocken bleiben.

Bootspflege geht weiter

Bei herrlichem Sonnenschein ging es heute weiter mit allerlei Arbeiten am Boot (gestern auch schon, aber da gab es keinen so wunderbaren Sonnenschein).

  • Schorsch, unser Beiboot, musste mal wieder seinen Platz am Vordeck verlassen und wollte in Wasser. Zuvor gab es noch eine gründliche Reinigung inkl. einer Politur der Schläuche. Inzwischen liegt er in seiner eigenen Box nebenan.
  • somit war am Vordeck wieder Platz um es komplett vom Dreck der letzten Zeit zu befreien. Selbst, wenn da immer durch Schorsch abgedeckt ist, kommt eine Menge Dreck hin.
  • der Außenborder und die Ankerwinsch werden mit einer Abdeckung versehen, dafür haben wir Maß genommen und heute die entsprechenden Einzelteile mit dem Heißschneider ausgeschnitten. Soweit möglich ist auch alle schon vorgesteckt, morgen kommt mal wieder die Nähmaschine zum Einsatz.
  • unser Bugspriet wurde gründlich soweit möglich zerlegt und entrostet. Bei der letzten Aktion haben wir ihn vernachlässigt, jetzt hat er auch die erforderliche Pflege bekommen.

Von der Windfront gibt es nichts neues zu berichten – außer, dass sich der Hoffnungsschimmer für nächste Woche anscheinend wieder verzogen hat. Aus dem Wind wurde ein laues Lüftchen und irgendwann unterwegs würde (nach aktuellen Daten) der Luftzug (Wind scheint bei der vorhergesagten Stärke als Bezeichnung übertrieben) irgendwann auf Gegenwind drehen. Und das muss selbst bei wenig nicht sein. Blöd ist, dass sich nichts andeutet, was nur ansatzweise konstant wäre…

Bootspflege

Heute haben wir uns mal etwas der Pflege unserer Kassiopeia gewidmet. Es gibt ja so ein paar Dinge, die regelmäßiger Zuwendung bedürfen.

  • alle Kugelhähne an den Seeventilen sind neu geölt und bewegt worden. Sie müssen leichtgängig sein, das haben wir überprüft und entsprechend gepflegt.
  • unser Motor hat mal wieder einen Testlauf machen dürfen. Er geht immer noch wunderbar bei Drehzahländerungen mit. Dabei wurde auch etwas sandiges Kühlwasser aus dem Kreislauf gespült.
  • auch der Gaszug hat eine Schmierung abbekommen
  • dabei haben wir auch mal wieder den Dreck beseitigt, der sich im Cockpit so unter den Brettern ansammelt. Es ist beeindruckend, wie schnell das geht…
  • beim Kühlschrank war auch mal wieder eine gründliche Reinigung fällig.
Ansonsten verbringen wir im Moment auch recht viel Zeit mit ganz normalen Durchschnittsaktionen wie Wäsche waschen, Kochen, Spülen, Einkaufen – eben ganz normaler Haushaltsarbeit. Was vielleicht nicht ganz alltäglich ist, ist der regelmäßige Blick auf die Grib-Files, also die Windvorhersagekarten. Nächste Woche könnte sich tatsächlich etwas tun, es ist Nordwind in Sicht. Wie lange der aber anhält ist noch nicht abzusehen, wir brauchen ja doch für ein paar Tage passenden Wind. Auch die Wellen- und Schwellentwicklung wird für uns spannend.

Passend zu den Proben für das Weihnachtssingen (diesmal hab ich sogar die Flöte mitgenommen), ist an immer mehr Booten in der Marina Weihnachtsdeko zu sehen. Teilweise sehr einfach und schön, manche geben sich aber auch richtig Mühe, den von der Marina ausgeschriebenen Deko-Wettbewerb zu gewinnen.

Backstube Kassiopeia

Schon seit einer Weile haben wir ein Rezept für Pasteis Nata, die Puddingtörtchen, die es zum Espresso gibt, herumliegen und heute haben wir es endlich einmal ausprobiert. Die letzten Male, die wir im Supermarkt unser Menu genossen haben, haben wir die Aluförmchen aufgehoben, zusammen mit unseren Muffinförmchen hatten wir genug Behältnisse. Und die Teile sind sehr lecker geworden! Die restliche Füllung haben wir uns mit frischen Croissants schmecken lassen. Wir haben schon überlegt, das nächste mal das Backen weg zu lassen…

Da beim dem Rezept etliche Eiweiß übrig bleiben, haben wir gleich auch eine Ration Kokosmakronen gebacken. Michl, der Held, hat das Eiweiß nur mit dem Schneebesen perfekt hinbekommen! Und auch mit unserem Backofen haben wir uns inzwischen anscheinend angefreundet, das Backergebnis ist klasse geworden. Toll, wenn es im Boot so lecker duftet 🙂

Nach der ganzen Backerei und einem deutlichen Zuckerüberschuss vom Probieren haben wir uns nochmal auf den Weg zum Weihnachtsmarkt gemacht. Gestern waren wir schon mit Ralf und Inge dort, heute wollten wir uns die Füße vertreten und dachten, da schaun wir einfach gleich nochmal vorbei. Und haben uns gleich zu Beginn als Kontrast zu dem ganzen Zucker heute einen Monster-Hotdog genehmigt! Sehr lecker, allerdings etwas schwierig zu essen. In einer Ebene einer Tiefgarage war die „Feira de Artesanato“ mit bestimmt 100 Ständen aufgebaut. Das Angebot war ganz vielfältig: Kuchen, sonstiges Gebäck oder ähnliche Süßwaren, Likör, sehr viel unterschiedlichen Schmuck, Taschen, Schuhe, usw., sehr viel davon Handarbeiten. Wir haben sogar jeder eine Kleinigkeit zu Weihnachten für den anderen gefunden. Zum Abschluss gab es noch eine richtig gute Folklore-Tanzvorführung, dann ging es wieder heim.

Die Tage plätschern dahin

Und das gestern und heute im wahrsten Sinne des Wortes, es hat nämlich geregnet. Heute zwar nur vormittags, aber gestern war es zumindest gefühlt richtig herbstlich. Allerdings bei angenehmeren Temperaturen so um die 18°C. Und irgendwie hat der Schlendrian eingezogen bei uns. Wir haben ja noch eine ToDo-Liste, aber wenn man eh weiß, dass man noch eine Weile hier festhängt, dann motiviert das irgendwie so gar nicht zum Arbeiten. Einerseits blöde, aber andererseits genießen wir es auch, richtig viel zu lesen, gemütlich und entspannt zum Kaffee-trinken und Kuchen-essen (sehr lecker! Danke nochmal) bei Elke und Bert auf der Anjuli Nui zu sitzen und und uns einfach Zeit lassen zu können bei allem, was wir so machen.

Und zum Thema Weiterfahren mussten wir uns zwangsweise Gedanken machen. Wir haben heute einen Monat in der Marina voll und kommen so quasi in den Genuss des vergünstigten Tarifs. Und als ich zahlen wollte, wurde ich dann eben gleich gefragt, ob wir nicht den noch etwas günstigeren Tarif für 90 Tage abschließen wollen. Das hieße, wir bleiben bis zum 6. Februar nächstes Jahr hier. Ein wenig Geld sparen wäre schon reizvoll, aber wir haben uns dann doch dagegen entschieden. Falls wir bis dahin noch ein Wetterfenster bekommen, würden wir es doch sehr bedauern, es nicht zu nutzen. Und falls keines kommt, zahlen wir eben ein paar Euro mehr. Das ist uns die Flexibilität einfach wert!

Ein bisschen was haben wir allerdings doch geschafft:

  • nachdem wir vorgestern ja schon den Stoff besorgt hatten, habe ich gestern einen neuen Brotbeutel genäht. Unser alter war leider nicht mehr wirklich appetitlich, nachdem darin etwas geschimmelt war.
  • wir wollen endlich unser Funkgerät mit dem GPS verbinden. Blöderweise haben wir irgendwann einmal den dazu nötigen Stecker aussortiert und wir sind seit einer Weile auf der Suche nach einem neuen. Ein Anfrage beim Hersteller hat ergeben, dass ja beim Kauf einer in der Packung beiliegt… ah ja… Aber wir haben auch einen Tipp bekommen, welche Pins die entscheidenden sind und werden wohl diese mit dem Datenkabel verlöten.
  • und zwar mit dem Datenkabel, das wir hier nach langer Suche endlich bekommen haben! Die Werft um die Ecke hat eine richtig gute Auswahl, aber günstig ist was anderes… Naja, 2m-Kabel waren noch im Budget.

Einkaufen in Portugal

Schon seit einer Weile wollten wir mal etwas zum Thema „Einkaufen in Portugal“ schreiben. Mit der Zeit sammeln sich da etliche Erlebnisse und Erfahrungen, die wir in Deutschland bisher so nicht gemacht haben.

Chinesen in Portugal

Wenn man irgendeine Kleinigkeit braucht, die man bisher in keinem Laden finden konnte, dann geht man zum Chinesen. Der hat alles. In Portimao haben wir einen Chinesen gefunden, der hatte über Deko-Artikel, Auspuffe, Töpfe, Pfannen, Klamotten, Grillzubehör, Strickwolle, Werkzeug, Schuhe, usw. einfach alles. Und das auf einer für die Auswahl relativ kleinen aber durchaus übersichtlichen Ladenfläche. Das alles ist natürlich auch noch billigst, allerdings darf man keine herausragende Qualität erwarten.

Die Chinesen sind in Portugal einerseits geliebt (die Auswahl und der Preis macht´s), auf der anderen Seite dann aber auch doch nicht so. In Porto haben wir erfahren, dass (aus welchem Grund auch immer) Chinesen ihre Geschäfte eine bestimmte Zeit steuerfrei führen dürfen, somit natürlich auch ihre Waren günstiger anbieten können als andere. Wenn die Frist vorbei ist, wird das Geschäft eben auf ein Familienmitglied übertragen und fängt neu an. Das kommt natürlich zum Thema Soziales nicht so grandios an…

Kopfsalat

Wir essen sehr gerne grünen Salat. So eine Schüssel grüne, knackige Blätter ist einfach was feines! In Portugal haben wir uns anfangs allerdings davon ferngehalten – uns war ein Kopf mit etwa €1,50 schlichtweg luxuriös teuer. Irgendwann gab es ihn dann mal im Angebot, „nur“ €1,30 – wir dachten, den leisten wir uns jetzt mal. An der Kasse haben wir große Augen gemacht als der Salat auf die Waage gelegt wurde. Grüner Salat hat hier einen Kilo-Preis, keinen Stück-Preis! Seitdem gibt es das wieder öfter bei uns… Und was haben wir daraus gelernt: immer auf die Einheit achten, auf die sich der Preis bezieht!

Kaffee bzw. Café

Wir trinken ja beide gerne guten Espresso. In Deutschland ist es teilweise etwas schwer, an einen guten Espresso zu kommen, wenn man ihn bezahlbar haben will, wird es nicht einfacher. So gesehen sind wir hier im Paradies. Weder in Spanien noch in Portugal haben wir bisher schlechten Espresso bekommen. Wenn wir uns in Spanien schon über den Preis gefreut haben (etwa €1,-), dann ist es in Portugal Euphorie. Ein Euro wäre schon teuer, oft zahlen wir nur 60-70ct. Im Supermarkt hier um die Ecke gibt es eine Bar, da bekommt man ein Menu für 80ct, enthalten ist ein Espresso und ein Pasteis Nata (ein Puddingtörtchen mit Blätterteig). Und es ist schwer, da ohne Anhalten vorbeizukommen!

Lebensmittelpreise

Etliches ist günstiger als in Deutschland, besonders Fisch. Vor einer Weile wollten wir ja mal grillen und hatten dazu insgesamt 6 kleinere Fische auf dem Markt gekauft. Es war ein knappes Kilo und komplett mit Ausnehmen und Reinigen hat uns das keine zwei Euro gekostet. Das ist allerdings auch für hier untere Grenze.

Gemüse schmeckt intensiver (bilden wir uns, denken wir zumindest, nicht nur ein) und ist auch günstiger. Die (roten) Paprika sind riesig und delikat. Auch sonst sind die Lebensmittelpreise durchaus annehmbar und die Qualität passt. So Dinge wie z.B. Nutella sind andererseits eher teurer.

Die Weinpreise sind gefährlich verführerisch. Wir haben ja zuhause auch schon des öfteren Wein im Schlauch gekauft, das hat sich hier auch als sehr praktisch erwiesen. Wir haben so weniger Gewicht an Bord, auch können die Flaschen leichter kaputt gehen. Zudem gibt es den 5-Liter-Schlauch wirklich guten Trinkweins für knapp sieben Euro. Das erklärt dann auch, warum man in der Bar für ein Glas nur €1,00-1,50 bezahlt.

Märkte

Etwas ungewohnt war es am Anfang für uns doch, inzwischen finden wir es klasse: an den Marktständen bekommt man Tüten in die Hand gedrückt und darf selbst aussuchen. So können wir die Tomaten, Zwiebeln oder sonstiges nehmen, welche uns gefallen und müssen nicht erklären, ob wir mehr große oder kleine oder die links oben oder rechts unten wollen. Um einfacher rechnen zu können (die wenigsten haben da einen Taschenrechner oder gar eine elektronische Waage), wird dann schon mal ein Teil raus genommen oder mit dazu gelegt um auf ein rundes Gewicht zu kommen, aber das passt dann schon irgendwie.

Schokolade

Schon seit ein paar Tagen haben wir sehnlichst darauf gewartet – heute kam es endlich: das letzte Päckchen, das uns hier erreichen sollte. Und es war nochmal ein sehr leckeres! Wir haben hier bisher keine wirklich gute Schokolade gefunden. Daraufhin hat sich Sandra, Inhaberin vom Chocolat in Nürnberg, zusammen mit Lotte und Fred ein Herz gefasst und uns etwas geschickt. Wir haben eigentlich fast immer, wenn wir bummeln waren, einen kurzen Abstecher in den Laden gemacht, somit kannten sie auch unseren Geschmack. DANKE!! Wir werden es genießen! Noch dazu können wir jetzt endlich auch portugiesisch lernen. Wir hatten uns zwar auf verschiedene Sprachen vorbereitet, aber portugiesisch war dabei leider irgendwie unter den Tisch gefallen…

Dann sind wir auf der Suche nach einem Stoffladen (ein neuer Brotbeutel muss her) ein wenig durch Lagos geschlendert. Und immer wieder findet man dabei neue Ecken. Heute war es der Friedhof. Friedhöfe sind etwas faszinierendes, finden wir. Überall sehen sie anders aus, aber immer strahlen sie eine besondere Ruhe aus.

Ansonsten sind wir fleißig am Wetter beobachten. Letzte Woche war noch richtig viel (vielleicht etwas zu viel) Nordwind, inzwischen ist gar kein Wind mehr in Sicht (außer einer kurzen Phase aus der falschen Richtung morgen Nacht). Über dem Atlantik sind gerade zwei Tiefs, die wenn weg sind, bewegt sich anscheinend erstmal nicht mehr viel. Aber das ist dann schon die Vorhersage für eine Woche, und wie sicher so etwas ist, weiß ja jeder 😉 Wir werden geduldig weiter beobachten!

Cabo São Vicente

Da herrliches Wetter vorhergesagt war, haben wir heute einen Ausflug zum Cabo de São Vicente unternommen. Das ist der südwestlichste Punkt des europäischen Festlandes und wir wollten ihn, nachdem wir ja schon daran vorbei gesegelt sind, jetzt auch von Land aus besichtigen. Wir sind mit dem Bus gefahren – eine knappe Stunde Busfahrt durch interessante Landschaft für €4,10, das ist OK, dachten wir. Die Landschaft hat uns besonders zum Schluss hin ein wenig an Australien erinnert: flach, karg, zwischndurch ein Busch und roter Sand.

Das Wetter heute war tatsächlich besser als Anfang November – wir hatten strahlenden Sonnenschein, blauen Himmel und ein leichtes Lüftchen wehte. Am Kap selbst gibt es außer dem Leuchtturm (der leider zu hatte) und der äußerst grandiosen Küste nicht sooo viel zu sehen. Naja, vielleicht ist die „letzte Bratwurst vor Amerika“ noch erwähnenswert. Zum Leuchtturm muss allerdings noch erwähnt werden, dass dies (laut Wikipedia) der mit der höchsten Reichweite in Europa ist, 32 Seemeilen also knapp 60km weit sieht man das Licht. Und den haben wir tatsächlich schon sehr bald gesehen, als wir um das Kap gefahren sind (wir hatten uns nachts angenähert).

Nach dem Kap sind wir noch nach Sagres, das ist der nächstgelegene Ort. Da wir schon einmal in der Nähe waren, wäre es doof gewesen, nicht noch einen Zwischenstopp einzulegen. Sagres ist im Sommer sicher proppenvoll mit Touristen, heute waren die Strassen ruhig und leer. Wir sind zum Fischerhafen marschiert und dann in Richtung Festung. Laut einer Sage (behauptet zumindest der Steinverkäufer am Kap) kann man das Jüngste Gericht leichter passieren, wenn man einen Stein aus Sagres dabei hat. Da ja nunmal demnächst der Maya-Kalender endet und man nie wissen kann, wollten wir zumindest auf Nummer sicher gehen und haben ein paar Steine eingesammelt. 🙂

Jetzt abends waren wir beim Singen. Wir haben zwar nicht jeden Ton getroffen, hat aber richtig Spaß gemacht 🙂 Es war eine lustige Mischung aus Schweden, Franzosen, Holländern, etlichen Briten und zwei Deutschen. Irgendwann um den Heilig Abend herum soll das ganze in verschiedenen Lokalitäten vorgeführt und dabei Geld für das Kinderheim vor Ort gesammelt werden. Wir finden das eine richtig gute Idee! Mal sehn, ob wir dann da noch da sind und das unterstützen können.

1. Advent

Obwohl heute Sonntag war, konnten wir uns davon überzeugen, wieder ein bisschen was zu erledigen. Eigentlich wollen wir tatsächlich noch bis zu den Kanaren weiter, da ist es doch etwas wärmer als hier. Hoffentlich kriegen wir ein passendes Wetterfenster. Nachts wird es inzwischen richtig kühl, knapp über 10°C sind irgendwie nicht mehr schön. Glücklicherweise gibt es ja Heizlüfter! Tagsüber, wenn die Sonne scheint, ist es herrliches T-Shirt-Wetter, aber wehe es kommt Wind auf und die Sonne ist weg, dann muss ein Pulli her. Aber da heute immerhin der erste Advent ist, wollen wir uns darüber mal nicht wirklich beklagen 🙂

Zwei Punkte konnten wir von unserer ToDo-Liste streichen: Badschränke ausräumen, aussortieren, putzen und logischerweise wieder einräumen, außerdem sind alle Stellen an Deck entrostet, nachpoliert und mit Ballistol eingeölt. Nebenbei haben wir mal wieder Wäsche gewaschen.

Jetzt abends haben wir uns für so viel Aktivität belohnt. Seit Juli fahren wir eine Packung echte Nürnberger Elisen-Lebkuchen durch die Gegend, heute waren sie fällig. Dazu haben wir uns zur Stimmung passend einen schön, schmalzigen Weihnachtsfilm angeschaut. Morgen geben wir´s uns dann richtig: es soll ein Chor gebildet werden mit allen Seglern an unserem Steg, geträllert werden Weihnachtslieder. Wir sind sehr neugierig!

Weihnachtszeit

So viel Weihnachtsdeko wie in Deutschland gibt es hier ja nun nicht. Ein wenig was hängt inzwischen schon auch verteilt, besonders in den Geschäften, aber von übertrieben darf man nicht wirklich sprechen. Wir wollten aber für uns doch trotzdem die Weihnachtszeit beginnen. Und was gibt es geeigneteres, als als Nürnberger den Prolog vom Christkind zur Eröffnung des Christkindlesmarktes anzuhören? Stimmt – nichts! Glücklicherweise gibt es Webradio und so konnten wir bei ca. 17° und Sonnenschein zu Vanilleeis mit Obstsalat dank Gong 97.1 live dem Prolog lauschen. Schee wars 🙂 Aber irgendwie auch merkwürdig, ich glaube, ich war noch nie so weit weg von zuhause zu Beginn der Weihnachtszeit. Und an Weihnachten selbst wird das wohl auch ein ganz neues Gefühl werden. Wir werden sehen. Ausklingen lassen wir den Abend ganz stilecht mit heißer Schokolade mit Rum und den ersten Dominosteinen der Saison.

unser Freund der Segelmacher

Gestern war Michl noch beim Segelmacher, wir hatten nicht genug Ösen für unsere Segelabdeckungen. Da sie aber nicht dieselbe Größe hatten wie unsere und somit unser Werkzeug nicht passt, haben sie gesagt, wir sollen doch einfach mit den Abdeckungen kommen, dann stanzen sie die Löcher vor und machen auch gleich die Ösen rein. Das Angebot haben wir natürlich gerne angenommen! Zusätzlich haben wir auch noch die Löcher für die Klipse an der Unterseite gestanzt bekommen, jetzt sind wir endlich fertig mit den Abdeckungen! Und weil wir gar so begeistert sind, haben wir gleich noch neuen Stoff mitgenommen, die Ankerwinsch und unser Außenborder bekommen auch eine Haube.

Nachmittags ging es an Reinigen und Puzzeln. Die Winsch war genug eingeweicht, alle Einzelteile (und das sind etliche!) wurden säuberlich abgebürstet und gründlichst gereinigt. Anschließend hat alles eine Fettschicht abbekommen und wurde von Michl fachmännisch wieder zusammengesetzt. Sie läuft jetzt so leicht, sie winscht praktisch von selbst. Und auch noch in die richtige Richtung (da hatten wir bei der an der Steuerbordseite ein klitzekleines, seit einer Weile gelöstes Problemchen).

 

Entsalzen und Entrosten

Früh gleich sind wir zur Post gegangen, wir hatten noch ein „Gegen-Care-Paket“ nach Deutschland abzuschicken. Die Paket-Live-Verfolgung in Portugal ist übrigens schneller und detaillierter als die von DHL, dafür ist auch das Paket teurer… Am Rückweg konnten wir im Marina-Büro gleich unser nächstes in Empfang nehmen: diesmal bestellte Ersatzteile.

Das Wetter war heute perfekt, mal die Kuchenbude abzunehmen und das Gestell zu reinigen. Wir hatten bisher ja die ein oder andere Fahrt, bei der auch mal Wellen über´s Cockpit kamen und somit Salzspuren hinterlassen haben. Die haben wir heute entfernt, auch ein paar Roststellen mussten beseitigt werden. Zum Thema Edelstahl rostfrei können wir nur sagen: Salzwasser kriegt alles nieder! Als nächstes wird der Geräteträger bearbeitet und noch die ein oder andere Stelle an Deck.
      

Und weil wir grad beim Reinigen waren, hat sich Michl noch über unsere Backbord-Winsch im Cockpit hergemacht. Die haben wir bisher sträflichst vernachlässigt und noch nie gereinigt (die auf der Steuerbordseite hatten wir in Feucht noch zerlegt, ist auch schon eine Weile her…). Aber eben deswegen soll sie eine gründliche Kur bekommen: alle Einzelteile wurden zum Entfetten über Nacht in Diesel eingelegt, morgen geht es weiter.

Zum Essen haben wir uns abends Wachteln gegönnt. Wir hatten beim Metzger und im Supermarkt schon öfter welche liegen sehen, heute mussten sie dran glauben. Wir hatten sie uns schon mit lecker Füllung und Speckummantelung vorgestellt – doch dann kam der Metzger dazwischen. Ganzes Geflügel wird hier an der Brust gespalten um es platt braten oder grillen zu können. Wir kannten das bisher schon von Hähnchen (ist viel besser beim Grillen!!), hatten es aber noch nicht auf Wachteln übertragen. Und die Dame beim Metzger war mit dem Zerlegen so schnell, dass wir gar nicht reagieren konnten. Also keine Füllung, sondern kross anbraten und eine Soße dazu. War auch lecker!!

Nachwirkungen

Heute durften wir ein weiteres Paket im Marina-Office abholen. So konnten wir zum Frühstück nebenbei Stollen, Lebkuchen, Dominosteine, mehrere Tüten Fertigsauerteig, Marmeladen und diverse Wurstgläser aus den vielen Papierschnippseln fischen. Bei uns herrscht allerdings die eiseren Regel, Weihnachtsleckereien werden nicht vor dem 1. Advent genascht. Aber dann … 😉 Vielen Dank Caro und Rainer, wir werden uns alles schmecken lassen.

Die Tollwutimpfung von gestern hat Claudi heute ein wenig außer Gefecht gesetzt. Was aber durchaus normal ist. So hielten sich unsere Aktivitäten heute ein wenig in Grenzen. Ich war noch mal alleine am Strand unterwegs um ein wenig Strandgut zu besorgen.
   
Dies habe ich dann mit Süßwasser gespühlt, um es für die Weihnachtsdeko verwenden zu können.
Noch den defekten „Remote Control“ ersetzt, Kabel neu verlegt und das kaputte Teil für Rückweg nach Deutschland verpackt. Weihnachtskarten gemalt, geschrieben und mit verschiedenen Leckereien eingetütet. Alles zusammen dann in einen großen Karton verpackt, der geht dann morgen auf die Reise nach Deutschland.
Heute kamen dann doch leider wieder die Wolken zurück, die allerdings auf eine sehr beeindruckende Weise.

 

Zielscheibe

Der Vormittag war heute verregnet, deshalb erledigten wir nur ein wenig Kleinkram. Wir suchten schon seit geraumer Zeit nach einem Reinigungsmittel um Roststellen auf Edelstahl zu entfernen, Elke und Bert gaben uns den Tipp, uns nach „Desoxydante“ umzusehen. Vorab konnten wir das Mittel auch testen. Mehr durch Zufall fanden wir dann einen Metall- und Schlüsselladen der es hatte. So gelangten dann 2 Flaschen für je 3,- Euro in unseren Besitz.
Am frühen Nachmittag dann schritten wir zur Tat. Wir mussten uns ja noch die unter erschwerten Bedingungen erstandene Tollwutimpfung verabreichen. Wir gingen da Schritt für Schritt vor.

  1. die benötigten Utensilien zusammensuchen
  2. das Serum mischen
  3. gegenseitiges, lehrbuchmäßiges Aufmalen der Zielscheiben
  4. Spritze aufziehen
  5. Desinfizieren der Oberarme
  6. zielen, stechen (nicht werfen), spritzen
  7. alles ist gutgegangen, es gab keine unnötigen Verletzungen dabei
  8. Teetrinken (wir mussten ja wieder so langsam runterkommen, denn das erste Mal, ohne ärzliche Aufsicht sich gegenseitig zu spritzen war für uns doch ein wenig aufregend)

   
Nach Impfungen soll man sich ja bekanntlich schonen. Deshalb gingen wir nur noch kurz Einkaufen und versorgten uns mit portugiesischem Vinho Tinto und Vinho Branco.

So langsam verschwanden dann auch die Wolkenbänke, die seit ein paar Tagen über uns hingen. Es sah schon beeindruckend aus, als sich langsam, wie auf einer Linie, der blaue Himmel unaufhaltsam näher schob. Jetzt haben wir so eine sternklare Nacht wie lange nicht mehr.