{"id":7369,"date":"2014-03-31T20:40:07","date_gmt":"2014-03-31T21:40:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ueber-die-meere.de\/wordpress\/?p=7369"},"modified":"2018-05-24T22:41:54","modified_gmt":"2018-05-25T02:41:54","slug":"blitzstart","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.ueber-die-meere.de\/wordpress\/?p=7369","title":{"rendered":"Blitzstart"},"content":{"rendered":"<p>So ganz eigentlich wollten wir ja noch ein paar Tage in Tarrafal bleiben. Herrliche Aussicht, ein netter Ort, insgesamt sch\u00f6ne Gegend. Aber das mit dem Schwell wurde \u00fcber Nacht alles nur nicht besser. Unser Heckanker war schon relativ bald wieder ausgebrochen, leider war es da schon stockfinster &#8211; zu finster um ihn neu auszubringen. Also dachten wir, wenn wir in Richtung Strand geschwemmt werden, wird er sich schon irgendwann eingraben. Allerdings hatte sich dann die Leine um einen Fels unter dem Boot gewickelt, so dass wir sie nicht mehr fest mit Kassiopeia verbinden konnten. Anstatt dessen konnten wir sie nutzen, um uns immer wieder richtig auszurichten. Bl\u00f6derweise mussten wir das die ganze Nacht durch machen, teilweise mit Motorunterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Fr\u00fch haben wir dann \u00fcberlegt, ob wir abfahren oder nicht, nur waren wir uns zu dem Moment sicher, dass wir den Heckanker nicht mehr ohne Tauchen oder fremde Hilfe rausbekommen. Zum Tauchen war die Sicht zu schlecht, durch die inzwischen sehr deutlich h\u00f6here Brandung (unter uns sind bei etwa 8m Wassertiefe Wellen bis 3m durchgerauscht) war das Wasser sehr aufgew\u00fchlt und dreckig. &#8222;Gel\u00f6st&#8220; haben das Problem dann zwei Kapverdianer, die zu Ren\u00e9 gepaddelt sind und gemeint haben, wir m\u00fcssen da weg, der Schwell wird abends noch deutlich heftiger. Also haben wir uns kurz \u00fcber Funk verst\u00e4ndigt und waren uns einig, sofort Anker auf zu gehen und nach Praia weiter zu fahren.<\/p>\n<p>Nachdem wir etwas hektisch Kassiopeia reisefertig gemacht haben, kamen die beiden Kapverdianer von Ren\u00e9 r\u00fcber zu uns, um unseren Heckanker zu bergen. Leider war das unm\u00f6glich, auch danach zu tauchen ging bei den Bedingungen nicht (trotzdem sind wir froh, dass unsere Tauchausr\u00fcstung das erste Mal auch wirklich gebraucht wurde!). Also haben wir kurzfristig beschlossen, den Anker da zu lassen. Er wurde mit einem Fender markiert und die beiden bergen ihn, sobald es m\u00f6glich ist. Dann m\u00fcssen wir eben nach Tarrafal fahren und ihn abholen. Aber das wollten wir uns ja eh noch genauer anschaun. Unser Hauptanker ging einwandfrei raus (leider hat zum ersten Mal die Winsch gestreikt&#8230; aber wir hatten ja immer noch kapverdische Hilfe!) und wir sind aus dem Surfbereich, wo der Anker lag, ohne Probleme rausgekommen. Bei Ren\u00e9 ging auch alles glatt, wir haben etwas weiter drau\u00dfen noch auf ihn gewartet.<\/p>\n<p>Richtig grandios bei der ganzen Aktion waren die beiden Kap Verdianer! Sie wu\u00dften, was sie tun und waren hilfsbereit im richtigen Moment zur Stelle (und ansehnlich waren sie auch noch ;-)). Wir haben keine Ahnung, ob das Ablegen ohne die beiden so problemlos geklappt h\u00e4tte!! Mail-Adressen haben wir ausgetauscht, morgen werden wir mal schreiben und uns noch extra bedanken. Vielleicht wissen sie ja dann auch schon, wann sie an unseren Anker ran kommen.<\/p>\n<p>Die Fahrt nach Praia war eher ereignislos. Es war eine insgesamt ruhige Motorfahrt mit mehr oder weniger Welle, sehr wenig Wind (nat\u00fcrlich bis auf den Schluss) und haupts\u00e4chlichem Runterbringen unseres Adrenalinlevels. Kurz vor Praia rief uns eine Yacht \u00fcber Funk an &#8211; die Youmin, denen wir schon in La Restinga begegnet waren, sie hatten uns \u00fcber AIS gesehen. Sie waren gerade in Richtung Gambia aufgebrochen. Was nat\u00fcrlich mal wieder die Sprache auf Westafrika gebracht hat \ud83d\ude09 Inzwischen liegen wir sehr ruhig im Hafen von Praia und freuen uns darauf, mal wieder eine Nacht zu schlafen \ud83d\ude09 Bilder folgen, dazu hatten wir heute keinen Nerv mehr.<\/p>\n<p>Position: 14\u00b054.830&#8217;N, 23\u00b030.252&#8217;W<\/p>\n<p>gefahrene Strecke: 36sm, Gesamtstrecke: 3466sm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So ganz eigentlich wollten wir ja noch ein paar Tage in Tarrafal bleiben. Herrliche Aussicht, ein netter Ort, insgesamt sch\u00f6ne Gegend. Aber das mit dem Schwell wurde \u00fcber Nacht alles nur nicht besser. 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